Gedränge um das Bürgermeisteramt

Das hat Lippstadt bislang noch nicht erlebt: Gleich sechs Personen haben für die Wahl der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters ihre Bewerbungen eingereicht. Nach der voraussichtlichen Bestätigung durch den städtischen Wahlausschuss am Donnerstag, 10. Juli 2025, werden sie nun allesamt auf dem Stimmzettel für den ersten Wahlgang am Sonntag, 14. September 2025, stehen. Erreicht weder die Kandidatin noch einer der fünf männlichen Aspiranten am 14. September die absolute Mehrheit, dann folgt am Sonntag, 28. September, eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten von Mitte September.

Sechs Personen treten am 14. September 2025 an

Lippstadt am Dienstag, 1. Juli 2025:
Dieses Bild mit dem von der SPD unterstützten parteilosen Bewerber für das Bürgermeisteramt, Alexander Tschense (links), und dem Amtsinhaber Arne Moritz (CDU) ist bei der von Nadine Mersch, Leiterin der Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit beim Gesamtverein Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), moderierten Diskussion mit den sechs Aspiranten für die  Lippstädter Bürgermeisterwahl in 2025 in der Elisabeth-Kirche entstanden.
Foto: Karl-Heinz Tiemann

Herausforderin und Konkurrenten

Neben dem seit dem Beginn seiner Tätigkeit im November 2020 verschiedentlich in den öffentlichen Verriss geratenen Amtsinhaber Arne Moritz (CDU) fordern ihn bei der Urwahl im September 2025 der von der SPD unterstützte parteilose Bewerber Alexander Tschense, die Fraktionsvorsitzende vom Bündnis 90/Die Grünen, Elisabeth Körner, der von der FDP nominierte Dr. Torben Terwey, der auf dem Ticket der Bürgergemeinschaft (BG) kandidierende parteilose Jan Böttcher aus Verl und der Vormann der Linkspartei in Lippstadt, Ratsherr Michael Bruns, heraus. Ein derart breites Bewerberfeld hat es seit der ersten Urwahl des Lippstädter Bürgermeisters am Sonntag, 12. September 1999, noch nicht gegeben. Vorhergehend traten in 1999, 2014 und 2020 jeweils drei Personen sowie in den Jahren 2004 und 2005 lediglich zwei Interessenten zu den Bürgermeisterwahlen an.

Unzufriedenheit

Vor dem Hintergrund der wiederholten Kritik zur Tätigkeit des vor fünf Jahren von der CDU aus Solingen für das Bürgermeisteramt gewonnenen Amtsinhabers überrascht es nicht, dass für die Abstimmung im September 2025 gleich fünf Mitbewerber ihr Interesse bekundet haben. Bemerkenswert ist, dass gegenüber früherer Wahlen für die von der CDU aufgestellten eigenen Parteimitglieder für das Bürgermeisteramt, Wolfgang Schwade (1999 und 2004) und Christof Sommer (2005 und 2014) sowie zuletzt mit Arne Moritz (2020), die Bürgergemeinschaft und Freidemokraten in 2025 keine Empfehlung für den Unions-Mann ausgesprochen haben, stattdessen eigene Bewerber nominierten. Die Unzufriedenheit mit der Arbeit des aktuellen Vorsitzenden und Chefs der Verwaltung im Stadthaus muss wohl überwogen haben. Unter diesen Voraussetzungen wird vermutlich eine Entscheidung für die Wahl des Bürgermeisters für die Zeit 2025 bis 2030 erst bei der für Sonntag, 28. September 2025, anberaumten Stichwahl erfolgen. Wer sie erreicht, ist nur schwer vorauszusagen.

Hans Zaremba