Mit einer Gegendemo zum gleichzeitigen Auftritt der AfD auf dem Rathausplatz wartete am vergangenen Sonntag in Lippstadt ein breites Bündnis von verschiedenen Gruppen auf. Unter den von der Polizei geschätzten 1.200 Teilnehmern befanden sich etliche Organisationen aus der heimischen Region. Das Spektrum reichte von der zivilgesellschaftlichen und parteiunabhängigen Initiative „Omas gegen rechts“ über die Arbeiterwohlfahrt und die Gewerkschaften bis zu den im Stadtrat vertretenen Sozialdemokraten, Bündnis 90/Die Grünen und Linkspartei. Ebenso war eine Reihe von Bürgermeister- und Landratskandidaten für die Kommunalwahl am Sonntag, 14. September, zugegen.
Zug von 1.200 Personen durch die Innenstadt

Flaggen und Transparente
Ausgestattet mit zahlreichen Flaggen und Transparenten sowie einer übergroßen „Love-Faust“ fanden sich die Demonstranten zunächst zu einer Kundgebung mit mehreren Rednerinnen und Rednern am Bernhardbrunnen ein, um bereits zum vierten Mal in der Geschichte von Lippstadt ihren deutlichen Protest gegen eine AfD-Veranstaltung in Lippstadt zu zeigen. Heike Karneil-Germakowsky von der Aktion buntes Lippstadt stellte in ihrem Statement heraus: „Diese Stadt gehört uns, nicht der AfD.“ Und die populistische Partei bezeichnete die Sprecherin als eine rechtsextreme Gefahr. Es gelte die Grundpfeiler der Demokratie zu verteidigen. Hingegen waren es die nach Lippstadt angereisten Beatrix von Storch und Stephan Brandner die im Verbund mit dem örtlichen Bundestagsmitglied Ulrich von Zons und dem AfD-Kreisvorsitzenden Matthias Hönig vor rund 200 Zuhörern die üblichen Phrasen von den maroden Straßen, kaputten Schultoiletten, fehlenden Mülltonen, Sicherheits- und Migrationsproblemen verbreiteten. Kommunalpolitische Themen, die Lippstadt in diesen Wochen vor dem Wahltermin bewegen, kamen in den Wortbeiträgen der Populisten vor dem Rathaus nicht vor. Viel an Lautstärke war vom Demonstrationszug durch die Innenstadt zu vernehmen, insbesondere als die Prozession vor dem Rathausplatz angekommen war.
Hans Zaremba

Fotos (2): Hans Zaremba


