Stichentscheid um das Bürgermeisteramt

Während nach der Abstimmung vom vergangenen Sonntag über die Zusammensetzung des Rates der Stadt Lippstadt für die Zeit von November 2025 bis in den Herbst 2030 abschließend entschieden wurde, sind die Wählerinnen und Wähler für die Berufung des künftigen Lippstädter Bürgermeisters am Sonntag, 21. September, noch einmal aufgerufen, ihr Votum abzugeben. Dies kann entweder in den jeweiligen Wahllokalen von 8.00 bis 20.00 Uhr oder per Briefwahl erfolgen.

Wochenrückblick von Hans Zaremba

Lippstadt am Dienstag, 1. Juli 2025:
Bei der von der katholischen Kirche ausgerichteten Befragung der Lippstädter Bürgermeisterkandidaten zur Sozialpolitik stand auch der von der SPD unterstützte parteilose Bewerber Alexander Tschense (Mitte) den Fragen des Ortsvorstehers von Benninghausen, Oliver Bertelt (rechst), Rede und Antwort. Nun fordert der ehemalige Vorsitzende des Presbyteriums der evangelischen Kirche den aktuellen Bürgermeister Arne Moritz (CDU) am Sonntag, 21. September, in der Stichwahl um das Amt des Stadtoberhauptes von Lippstadt heraus. Unterstützt wird er dabei von Michael Bruns von der Linkspartei, links im Bild.
Foto: Karl-Heinz Tiemann

Bürgermeisterwahl

Für diesen Stichentscheid der beiden Erstplatzierten der Wahl am 14. September stehen der seit dem November 2020 amtierende Amtsinhaber Arne Moritz (CDU) und der parteilose und von der SPD unterstützte Herausforderer Alexander Tschense zur Wahl. Die beim ersten Wahlgang unterlegenen Mitbewerber Jan Böttcher aus Verl (BG), Michael Bruns (Linke), Elisabeth Körner (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Torben Terwey (FDP/CDL) haben sich recht unterschiedlich mit ihren persönlichen Präferenzen mit Blick auf die finale Wahl des Bürgermeisters positioniert. Klipp und klar war die Antwort von Michael Bruns, der mit dem Ziel „Einer geht: Arne Moritz“ angetreten war. Für den Ratsherrn der Linken kommt als Bürgermeister nur Alexander Tschense in Betracht. Nach der schwammigen Mitteilung von Elisabeth Körner über die sozialen Medien, wonach die Wählerschaft am 21. September zwischen Arne Moritz und Alexandar Tschense zu befinden habe, bedurfte es erst einer Klarstellung ihrer Partei. Danach habe sich 75 Prozent der grünen Lippstädter Mitgliedschaft in einer Umfrage für Alexander Tschense als Bürgermeister ausgesprochen. Merkwürdig sind die Empfehlungen der am letzten Sonntag ausgeschieden Bewerber für das Stadtoberhaupt aus der BG und von der FDP/CDL für den aktuellen Bürgermeister, obwohl sie durch ihre Kandidaturen die große Verdrossenheit über die Amtsführung des derzeitigen Vorsitzenden des Rates und Chefs der Verwaltung dokumentiert haben. Nachdrücklich war unterdessen der Aufruf vieler Bürgerinnen und Bürger vom heutigen Samstag mit ganzseitigen Anzeigen in den örtlichen Printmedien „Wir unterstützten ALEXANDER TSCHENSE“.

Ratswahl

Wie vor fünf Jahren wird auch der neue Stadtrat aufgrund von Ausgleichsmandaten insgesamt 62 Personen umfassen, was auf die überproportionalen CDU-Gewinne bei den Direktmandaten zurückzuführen ist. Die daraus resultierende Sitzverteilung lautet:  Sitzverteilung: CDU: 21, SPD: 14, AfD: 9, Grüne: 6, BG: 4, FDP: 3, Linke: 3, CDL: 1 und BSW: 1. Folglich stehen dem Rat bei kontroversen Themen schwierige Mehrheitsbildungen bevor. Keine einfache Situation für den künftigen Bürgermeister, was bereits die jetzt zu Ende gehende Ratsperiode offenbart hat. Ob es den beiden größeren Fraktionen von CDU und SPD gelingt, für die Zeit von 2025 bis 2023 eine verlässliche und nachhaltige Kooperation zu finden, bleibt abzuwarten. Viel wird davon abhängen, inwieweit die von der Union verkündete Brandmauer zu den Rechtspopulisten Bestand haben wird.

Fußball

Der Tabellenführer der Oberliga Westfalen aus Lippstadt muss am morgigen Sonntag in Sprockhövel bei der TSG 1881 antreten. Bei einer glücklichen Konstellation – Sieg der Schwarz-Roten und Punktverlust des Verfolgers aus Clarholz in Gievenbeck – könnte sich der SV Lippstadt 08 an der Spitze halten und seine Perspektiven auf ein Regionalliga-Comeback festigen. Die Anhänger der westfälischen Zweitligisten aus Gelsenkirchen (2:0 in Magdeburg) und Paderborn (2:0 bei Hertha BSC) hatten bereits allen Grund, zu jubeln. Hingegen mussten Arminia Bielefeld (1:3 gegen Fürth vor heimischer Kulisse) sowie Preußen Münster (1:4 in Kaiserslautern) sich jeweils geschlagen geben. Nun warten die Sympathisanten von Borussia Dortmund auf den morgigen Nachmittag, wenn der BVB den VfL Wolfsburg zu Gast hat. Nach dem ärgerlichen Dortmunder Remis von 4:4 bei Juventus Turin unterhalb der Woche in der Champions-League muss nach den Erwartungen der schwarz-gelben Fans in der Bundesliga gegen die Wölfe unbedingt ein Dreier her.