Mit zwei Klassikern der Fußballgeschichte bestritt die 63. Auflage der Bundesliga vor der Länderspielpause ihren zehnten Spieltag. Dabei empfing der Hamburger SV nach acht Jahren und seiner Zeit in der Zweiten Liga erstmals wieder die Dortmunder Borussia. Im Fight mit dem BVB gelang dem HSV durch sein spätes 1:1 ein wichtiges Unentschieden. Ebenso war das rheinische Derby in Mönchengladbach mit der Borussia vom Niederrhein gegen den Effzeh aus Köln durch viele Erinnerungen von reizvollen Treffen aus früheren Zeiten verbunden. Verblüfft hat jedoch im 99. Erstliga-Duell zwischen der einstigen Fohlenauswahl und den Geißböcken das 3:1 der Mönche.
Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Dies beschreibt der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, in seiner jüngsten Kolumne zur Bundesliga.
Mönchengladbach
Die Borussia aus Mönchengladbach setzte damit im emotionsgeladenen Vergleich mit Köln nach dem vorherigen 4:0 beim FC St. Pauli ihre kleine Erfolgsserie fort. Im achten Match unter ihrem Übungsleiter Eugen Polanski konnten die Gastgeber die unmittelbare Abstiegszone verlassen und verbesserten sich vorerst auf den zwölften Rang. Nun müssen die Mönche nach der Länderspielpause am 22. November beim 1. FC Heidenheim auflaufen.
Heidenheim
Während die Gladbacher ihre Durststrecke zumindest vorläufig überwunden haben, erlebten die Heidenheimer beim Auftritt in Leverkusen ein regelrechtes Debakel und blieben beim 0:6 (0:5) den Nachweis ihrer Tauglichkeit in der Beletage des Fußballs schuldig. Mit lediglich fünf Zählern aus zehn Partien bilden sie völlig zu Recht das Schlusslicht im Oberhaus. „Das war von der ersten bis zur letzten Sekunde katastrophal. Eine Blamage. Wir sind in alle Einzelteile zerfallen. Das ist verdammt hart“, war das selbstkritische Urteil vom FCH-Mittelfeldspieler Niklas Dorsch bei „Sky“ nach der höchsten Schlappe in der noch jungen Bundesliga-Zeit der Baden-Württemberger. Dagegen konnte die Werkself ihren Platz in der Spitzengruppe festigen. Dennoch hat sie auf München einen Rückstand von acht Punkten.
Dortmund
Hamburg scheint für Dortmund kein einfaches Pflaster zu sein. Nach dem 3:3 im Auftaktspiel beim FC St. Pauli konnte der BVB auch gegen den HSV seinen Vorsprung nicht über die Runden bringen. Insofern ließen die von Niko Kovac betreuten Männer erneut zwei wertvolle Punkte in der Hansestadt liegen. Für die treuen Anhänger der Dortmunder – auch bei den Lippstädter „Optimisten“ – war es nach dem 1:4 bei Manchester City in der Europäischen Königsklasse die zweite kalte Dusche in nur wenigen Tagen. Im Gespräch mit dem ZDF gestand der BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck seinen Frust folgerichtig ein: „Wir hatten bis zum 1:0 alles unter Kontrolle, haben eigentlich gar nichts zugelassen.“ Gefehlt hat den Schwarz-Gelben gegen die Rothosen jedoch eine zweite Bude, um drei Punkte einzusacken.
München
Die Überraschung des Bundesliga-Betriebs vor den Länderspielen von Deutschland in Luxemburg und daheim gegen die Slowakei war das Remis von 2:2 der Bayern bei Union Berlin. Das Spiel in Köpenick zeigte Indizien auf, wo der Spitzenreiter Schwächen hat. Die künftigen Gegner der Münchener bekamen im Stadion „An der alten Försterei“ eine Handreichung vermittelt, wie man das bisher so souverän durch die Liga schwebende Team in Bedrängnis bringen kann. Mit einem einfachen Fußball, der den Versuch unterlässt, spielerisch mit der Qualität des Titelverteidigers mitzuhalten. Vielmehr sollten sich die Herausforderer des Branchenführers auf Standards vorbereiten: Freistöße und Eckbälle können helfen, gegen das von Vincent Kompany betreute Ensemble zum Erfolg zu kommen.


