Auf 25 Jahre ihres Bestehens konnte jetzt die Gruppe Lippstadt-Anröchte-Erwitte-Geseke der Seniorinnen und Senioren der Vereinten Dienstleitungsgewerkschaft (Ver.di) zurückblicken. Ein Anlass für die Gewerkschaftler, dieses Jubiläum mit Ehrungen und Erinnerungen im Mehrgenerationentreffpunkt „Mikado“ in der Goerdelerstraße zu begehen.
Jubiläum der heimischen Ver.di-Senioren

Von links Hans Zaremba, Lippstädter Gewerkschaftler und Sozialdemokrat, Henni Warda, Mitglied im Bundesvorstand der Verdi-Senioren, Elisabeth van Kempen und Heinfried Heitmann mit ihren Urkunden als Gründungsmitglieder der örtlichen Verdi-Senioren, Heinz Gerling, Sprecher der Verdi-Seniorengruppe für den Raum Lippstadt-Anröchte-Erwitte-Geseke, und Pamela Strutz, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Westfalen mit Sitz in Dortmund.
Foto: Karl-Heinz Tiemann
Begebenheiten
In ihrem Grußwort schaute die Geschäftsführerin des Ver.di-Bezirks Westfalen, Pamela Strutz (Dortmund), auf einige Begebenheiten des Jahres 2000, als sich in Lippstadt die Seniorinnen und Senioren in der Gruppe Lippstadt-Anröchte-Erwitte-Geseke zusammenfanden. So auf die Phase mit den Vorbereitungen der fünf vormaligen Einzelgewerkschaften DAG (Deutsche Angestellten-Gewerkschaft), DPG (Deutsche Postgewerkschaft), HBV (Handel, Banken und Versicherungen) IG Medien (Industriegewerkschaft Medien) sowie ÖTV (Öffentliche Dienste und Verkehr) für die Verbindung in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di), die nach verschiedenen Kongressen im März 2001 vollzogen wurde. Ebenso blickte sie auf einige politische Begebenheiten in der Deutschland, wie die Erklärung der Bundesregierung im Januar 2000, bei der Vergabe öffentlicher Aufträge Unternehmen mit speziellen Frauenförderprogrammen zu bevorzugen. Daneben erinnerte sie an die CDU-Spendenaffäre im Januar 2000 mit der Rückgabe des Ehrenvorsitzes seiner Partei durch den Altkanzler Helmut Kohl, den Doppelrücktritt von Wolfgang Schäuble vom CDU-Partei- und Unions-Fraktionsvorsitz sowie die Übernahme der vakanten Funktionen durch Angela Merkel als CDU-Parteichefin und Friedrich Merz als Vormann der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag.
Seniorenpolitik
Der örtliche Gewerkschaftler und Sozialdemokrat Hans Zaremba vermittelte einen Überblick zur Entwicklung der Seniorenpolitik in Lippstadt. Dabei hob er als richtungsweisend die Entscheidung des Stadtrates für die Errichtung eines Stadtjugendamtes vom 30. Januar 1995 hervor. Damit habe man zugleich die Strukturen für eine kontinuierliche Seniorenpolitik – sowohl im politischen Raum, woraus sich der Seniorenbeirat entfaltet habe, als auch in der Verwaltung mit dem entsprechenden Personal – geschaffen. Überdies unterstrich der SPD-Mann den Einsatz der Lokalpolitik im Zuge des Programms „Familienfreundliche Kommune“ für die Mehrgenerationenarbeit in Lippstadt. Daraus seien das mit Bundesmitteln geförderte „Mikado“ und zudem der „Treff am Park“ entstanden. Ebenso würdigte der vormalige Kommunalpolitiker das Votum der Stadtvertretung für einen weiteren Treffpunkt der Mehrgenerationenarbeit, der 2026/27 im Lippstädter Norden gegenüber der WLE (Westfälische Landes-Eisenbahn) entstehen soll.
Reformen
Das Mitglied des Bundesvorstandes der Seniorinnen und Senioren von Ver.di, Henni Warda, stellte die Inhalte der Arbeit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft für die ältere Generation vor. Der Bogen seiner Ansprache erstreckte sich von der Gesundheit und Pflege, über Wohnen, Bildung und Kultur sowie Mitwirkung und Mitsprache bis zum Komplex Gesellschaft und Umwelt. Differenzierte Worte fand der Gewerkschaftler aus dem Ruhrgebiet beim Stelldichein im Begegnungszentrum im Wohnpark Süd zum gegenwärtig in Berlin diskutierten Herbst der Reformen, mit dem die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD umfassende Veränderungen in den Bereichen Sozialstaat, Gesundheit, Digitalisierung und Haushalt einführen will. Speziell kritisierte der Gast im „Mikado“ die Vorhaben der Bundesregierung zur Rentenreform. Dabei bezog er sich auf eine Forderung des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund), das Rentenniveau „nicht nur dauerhaft zu stabilisieren“, sondern noch deutlich mehr. Denn die Renten-Versorgung habe sich mit der im Jahr 2000 eingeführten Riester-Rente, die als Drei-Säulen-Modell neben gesetzlicher und betrieblicher Rente auch auf private Altersvorsorge setzt, „nicht bewährt“. Die Absicht mit demnach dem einstigen Arbeitsminister benannten Ruhegehalt, eine Steigerung der Beitragssätze einzudämmen, war nach den Ausführungen des Gewerkschaftsfunktionärs aus Bochum eine Fehleinschätzung. Wörtlich bezeichnete er die „Riester-Rente“ als „Quatsch“. Darüber hinaus oblag Heinz Gerling, Sprecher der Gruppe Lippstadt-Anröchte-Erwitte der Ver.di-Senioren, gemeinsam mit Pamela Strutz die Aufgabe, die Gründungsmitglieder der heimischen Ver.di-Senioren, die 94jährige Elisabeth van Kempen und den 84 Jahre alten Heinfried Heitmann, für ihr jahrelanges und nachhaltiges gewerkschaftliches Engagement zu ehren.
Hans Zaremba


