Bezeichnende Unterschiede

Angesichts der Differenz von neun Zählern zugunsten von München gegenüber Dortmund sind die Unterschiede zwischen dem Rekordmeister von der Isar und den Schwarz-Gelben aus dem Revier eigentlich schon hinreichend aufgezeigt. Warum dies so ist, wurde am elften Spieltag von den Bayern von neuem markiert. Während der Branchenführer nach einem Rückstand von 0:2 gegen Freiburg noch mit 6:2 siegte, vermochte es die Borussia im Treffen mit Stuttgart wiederum nicht, einen Vorsprung – diesmal ein 3:2 bis zur 89. Minute – in einen Dreier zu verwandeln. Überlagert wurde das dritte November-Wochenende von den deutschlandweiten Protesten der Fans gegen die geplanten Maßnahmen der Behörden zur Stadionsicherheit. Mit zwölf schweigenden Minuten zum Beginn der Partien setzten sie ein Zeichen an die Politik.

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Beschreibt die Unterschiede zwischen dem BVB und die Bayern:
Sie stellt der Chronist der Lippstädter BVB-Fans, Hans Zaremba, in seiner wöchentliche Bundesliga-Kolumne nach dem elften Spieltag heraus.

Dortmund

Lange hatten die Anhänger des BVB und die von ihnen aus Lippstadt ins Dortmunder Stadion gereisten „Optimisten“ die berechtigte Erwartung, dass die von Niko Kovac formierte Elf die Negativserie gegen Stuttgart endlich eindämmen würde. Fünfmal in Folge hatten die Westfalen zuletzt in Treffen mit den Schwaben verloren, der letzte Sieg liegt schon über drei Jahre zurück. Am Tag vor dem Totensonntag führte die Borussia zur Pause bereits mit 2:0. Nach dem Ausgleich der Bad Cannstatter brachte Karim Adeyemi, der unterhalb der Woche mit unerlaubtem Waffenbesitz in die Schlagzeilen geraten war, seine Mannschaft wieder nach vorne. Doch Deniz Undav schaffte im Gegenzug mit seiner dritten Bude für den VfB in diesem Spiel den Endstand von 3:3 und löste in der Borussen-Gemeinde viel an Frust aus. Und Hans-Joachim Watzke hatte sich am Tag darauf seinen Wechsel aus der Geschäftsführung der Fußball-KGaA des BVB in die Präsidentschaft des beim Amtsgericht vermerkten Vereins gewiss angenehmer vorgestellt. Es waren lediglich 59 Prozent, die am letzten Sonntag dieser Wahl zustimmten. Kein guter Start für den Funktionär im neuen Amt.

München

Hingegen konnte der FC Bayern München sein Ansehen der Unbesiegbarkeit mit seinem Zauberduo Michael Olise und Lennart Karl im Match mit dem SC Freiburg wahren. Einige der Beobachter der Szene an der Isar sehen in den beiden die Nachfolger von Franck Ribery und Arjen Robben. Die von Vincent Kompany aufgebotene Auswahl holte nach dem anfänglichen 0:2 ein deutliches 6:2 und festigte ihre Überlegenheit im Oberhaus. Dass der Titelverteidiger die Tabelle saisonübergreifend jetzt 43. Spieltage anführen würde, war nach dem bisherigen Verlauf der 63. Auflage der Bundesliga schon vor der Begegnung offenbar.

Hamburg

Das 1:0 von Augsburg gegen den Hamburger SV war für den Lautsprecher unter den Trainern in der Beletage des Berufsfußballs, Sandro Wagner, ein Schicksalsspiel. Eine Schlappe der Fuggerstädter hätte wohl den Rauswurf für den vormaligen Assistenten des Bundestrainers Julian Nagelsmann bedeutet. Auf der anderen Seite wird die Luft für die Hanseaten immer dünner, da sie jetzt schon seit fünf Auftritten auf einen Sieg in der Bundesliga warten. Das Comeback nach sieben Unterhaus-Jahren ist keine einfache Sache.

St. Pauli

Ebenso schwer waren die letzten Wochen für den Lokalrivalen vom Millerntor. Die Kiezkicker mussten bis zum Kräftemessen mit Union Berlin eine Durststrecke von sieben sieglosen Spielen hinnehmen. Auch im Duell mit den Köpenicker folgte nun für den Kultverein mit 0:1 vor eigenem Publikum eine Niederlage und kommt vorerst vom Relegationsrang nicht weg.