Spiele in der Woche kein Vergnügen

Immer mehr internationale Wettbewerbe und Begegnungen haben zwangsläufig ihre Folgen auf die Ansetzung der Spiele in der Bundesliga. Somit kann das Oberhaus seinen inoffiziellen Herbstmeister nicht wie in den früheren Jahren bis zu Weihnachten ermitteln, sondern in der aktuellen Bundesliga-Saison erst vierzehn Tage nach dem Jahreswechsel. Diese Einflüsse bedingen, dass die Beletage des deutschen Fußballs ihr Programm öfter auch unterhalb der Woche durchführen muss. Für die Fans sind derartige Anberaumungen und am späten Sonntagnachmittag gewiss kein Vergnügen. 

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Kritischer Blick auf die Spiele unterhalb der Woche:
Dies stellt der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, in seiner aktuellen Bundesliga-Kolumne heraus.

Dortmund

Betroffen davon waren in den vergangenen Tagen auch die Anhänger von Borussia Dortmund, deren Gemeinden – unter anderem auch die Lippstädter „Optimisten“ – ihre Profis bei der jüngsten Heimpartie am Dienstag gegen Bremen beim deutlichen 3:0 im einstigen Westfalenstadion begleiteten. Und vier Tage zuvor gelang den Schwarz-Gelben in einem atemlosen Fight in Frankfurt ein 3:3. Damit beendete die Borussia eine ihrer besten Hinrunden seit Jahren und konnte den zweiten Rang in der Tabelle festigen. Übrigens: Mehr als 36 Punkte holte der BVB nur einmal in einer ersten Saisonhälfte, dies war in 2018/19.

Leverkusen

Gerne hätte die Werkauswahl aus Leverkusen am letzten Dienstag auch die Gelegenheit genutzt, aufzulaufen und sich für die schmachvolle Klatsche (1:4) vom Samstag zuvor gegen Stuttgart zu rehabilitieren. Doch das Match der Männer des Chemiegiganten beim HSV fiel kurzfristig aus. Abtauendes Eis auf dem Dach des Volksparkstadions und die dadurch verbundenen Sicherheitsbedenken waren der Grund. Für die Sympathisanten des Sports mit dem runden Leder, speziell für die aus Rheinland, die sich bereits auf dem Weg befanden, war die zweieinhalb Stunden vor dem Anstoß verkündete Absage ohne Zweifel ein Ärgernis.

Hamburg

Auch der HSV wäre lieber aufgetreten, um nach der Schlappe von 1:2 in Freiburg wieder an Boden im Abstiegskampf zu gewinnen. Mit nur 16 Punkten aus 16 Partien befinden sich die Rothosen in akuter Gefahr. Zudem belastet den Bundesligarückkehrer das Medien-Echo zur nach Neujahr überraschend gemeldeten Trennung von seinem Sportvorstand Stefan Kuntz.

Stuttgart

Hingegen erlebten die im vormaligen Stuttgarter Neckarstadion registrierten 59.500 Zuschauerinnen und Zuschauer beim 3:2 des VfB gegen die Frankfurter Sportgemeinde Eintracht ein phasenweise begeisterndes Kräftemessen. Eine Partie, die auf beiden Seiten zahlreiche Großchancen zu verzeichnen hatte. Nicht von ungefähr nehmen die von Sebastian Hoeneß betreuten Bad Cannstatter mit 32 Zählern aktuell den vierten Tabellen-Platz ein. Schon im vorherigen Vergleich in Leverkusen trumpfte das Team mit dem roten Brustring auf: Mit 4:1 hatten sie beim Meister von 2024 einen beachtlichen Sieg eingesackt.

München

Einmal mehr hatten die Bayern nach dem Ende der Winterpause gezeigt, dass sie in der Bundesliga das Maß der Dinge verkörpern. Das 8:1 des Rekordmeisters gegen Wolfsburg unterstrich seinen souveränen Start in das Pflichtspieljahr 2026. Auch beim Effzeh in Köln heimsten die Männer von der Isar am Mittwoch mit 3:1 einen Dreier ein, obwohl die Geißböcke durchaus eine ansprechende Leistung boten. Insofern stellte München mit 47 Punkten und einer Tordifferenz von plus 53 Bunden einen neuen Rekord in der Hinrunde auf.