Start in das Jahr 2026

Traditionell wird in Lippstadt das kommunalpolitische Leben im neuen Jahr mit dem Neujahrsempfang am zweiten Januar-Sonntag eröffnet. In 2026 zum ersten Mal mit dem im September 2025 gewählten Bürgermeister Alexander Tschense. Folglich waren viele Bürgerinnen und Bürger im Stadttheater gespannt, welche Themen der Vorsitzende des Stadtrates und Chef der Verwaltung in seiner Rede aufgreifen würde. Dass dies auch die Zukunft des Museums mit dem Palais Rose sowie die Perspektiven von Bad Waldliesborn als Kurort betraf, überraschte nicht sonderlich. Sie waren Punkte, die bereits in der Ende Oktober 2025 abgelaufenen Ratsperiode verschiedentlich im Mittelpunkt der Kommunalpolitik standen.

Wochenrückblick von Hans Zaremba

Lippstadt am Sonntag, 11. Januar 2026:
Premiere für Alexander Tschense , der in diesem Jahr erstmals beim städtischen Neujahrsempfang im Stadttheater der Gastgeber war.
Foto: Karl-Heinz Tiemann

Palais Rose

Ob die Befürworterinnen und Befürworter mit den am vergangenen Sonntag unterbreiteten Vorschlägen von Alexander Tschense zum Museum und Marktplatz einverstanden sind, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall will der aktuelle Bürgermeister mit mehreren Schritten die auch durch das ungeschickte Vorgehen seines Vorgängers vertrackte Situation entspannen. Dazu erklärte der einstige Vormann des Presbyteriums der evangelischen Kirche nach seinem Redemanuskript unter anderem: „Wir kümmern uns die nächsten Monate um die Fragen, die in den vergangenen Monaten zwar immer wieder formuliert aber nie beantwortet wurden.“ Überdies beabsichtigt das Stadtoberhaupt, den von ihm schon bei seiner Amtseinführung am Montag, 3. November 2025, angekündigten Bürgerentscheid parallel mit der Landtagswahl in 2027 anzuberaumen.

Bad Waldliesborn

Vor dem Hintergrund der Suche nach einem privaten Investor für eine neue Therme stellt sich für Alexander Tschense die zentrale Frage: „Wollen wir Bad Waldliesborn als gesundheitstouristischen Ort in Lippstadt entwickeln?“ Bekanntlich hat es in den Jahren nach der Gebietsreform von 1975 immer wieder Debatten zur Zukunft des Heilbades im Norden von Lippstadt gegeben. Viel ist gefordert worden, allerdings wurde alles oft getrennt betrachtet. Der Bürgermeister setzt verstärkt nach seinen Worten beim Neujahrsempfang auf ein ganzheitliches Konzept mit „Therme, Inhalatorium. Gradierwerk, Milchbar, Wohnmobilstellplätze und alles weitere“, wozu die Verwaltung „eine Entscheidungsmatrix“ vorbereite.

Neuaufstellung bei SPD

Am Tag vor dem Auftritt im Stadttheater – am Samstag, 10. Januar 2026 – hatte der Bürgermeister einen Termin bei der örtlichen SPD. Sie war im „Kasino“ zu ihrer Jahreshauptversammlung zusammengekommen und bestätige im Verlauf der Veranstaltung ihre bisherige Doppelspitze mit den Co-Vorsitzenden Dr. Steffen Menze und Marlies Stotz in ihren bisherigen Funktionen.. Bei diesem Treffen nutzte Alexander Tschense die Gelegenheit, sich bei den Genossinnen und Genossen der Sozialdemokraten für die ihm im Wahlkampf als parteilosen Kandidaten gewährte Unterstützung zu bedanken.

Unruhe bei der KWL

Offensichtlich scheint bei der KWL (Kultur und Werbung Lippstadt) einiges an Unruhe entstanden zu sein. Sie resultiert für den Beobachter aus dem Beitrag in der heimischen Tageszeitung am Donnerstag, 15. Januar 2026, über Vertragsauflösungen von verantwortlichen Mitarbeiterinnen für das Theater und den Tourismussektor der städtischen Gesellschaft. Und dies vor dem Hintergrund, dass noch in diesem Jahr auch die langjährige Geschäftsführerin mit den Übergang in den beruflichen Ruhestand die KWL verlassen will. Etwas viel an Wechseln von Personen, deren Gehälter im Wesentlichen aus den Zuschüssen der Lippstädter Stadtkasse aufgebracht werden. Womöglich muss ohnehin alles rund um die KWL auf den Prüfstand gestellt werden, auch um etwaige Doppelstrukturen gegenüber dem Fachdienst Kulturverwaltung hinterfragen zu können.

Rückkehr des Fußballs

Im Fußball ist die Bundesliga zurück, und dies gleich mit einer für die Fans belastenden englischen Woche. Geschuldet durch die zunehmende Überfrachtung der Spielpläne mit den internationalen Wettbewerben, sowohl für die Vereine als auch für Nationalmannschaft. Hingegen hat die Oberliga Westfalen nach der kurzen Winterpause noch nicht ihren Betrieb aufgenommen. Somit startet der SV Lippstadt 08, der gegenwärtig einige Testspiele absolviert, erst am Sonntag, 1. Februar 2026, bei der SpVgg Vreden im westlichen Münsterland in die Rückrunde. Weiterhin haben die Schwarz-Roten das Ziel eines baldigen Comebacks in der viertklassigen Regionalliga West im Blick.