Nordclubs in massiver Gefahr

Die seit Wochen in Bremen verzeichnete Krise hat sich mit dem 1:2 bei St. Pauli weiter verschärft. Damit sind die Grünweißen auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Zudem befinden sich neben Werder und den Kiezkickern mit den Wolfsburgern nach ihrer Heimschlappe von 2:3 gegen Augsburg nunmehr drei Nord-Clubs in massiver Gefahr.

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Blickt auf den Abstiegskampf:
Ihn beschriebt der Chronist der BVB-Freunde in Lippstadt, Hans Zaremba, über die Lage der Nordclubs.

Wolfsburg

Viel deutet am Mittellandkanal darauf hin, dass der VfL im Mai nach 29 Jahren in der Beletage den Weg ins Unterhaus antreten muss. So dramatisch war die Situation des Bundesligisten aus der Autostadt selten. Seit sechs Spielen sind die Wölfe ohne Sieg. Selbst in den Relegationsjahren 2017 und 2018 hatte man zum selben Saison-Zeitpunkt mit 23 und 24 Zählern mehr Punkte aufzuweisen als aktuell (20). Lediglich das bessere Torverhältnis gegenüber St. Pauli hat die Niedersachsen in dieser Saison noch vor dem Relegationsrang bewahrt. Der Blick auf die vielen Wechsel der Übungsleiter veranschaulicht die endlosen Schwierigkeiten des VfL. Seit der Trennung vom auch in Lippstadt gut bekannten Dieter Hecking, der in seinen knapp vier Jahren mit Wolfsburg im Mai 2015 den DFB-Pokal gewann, hatte man beim vom VW-Konzern begleiteten Club zwölf verschiedene Cheftrainer. 

Hamburg

Andererseits erkämpfte sich der Hamburger SV beim FSV Mainz 05 ein verdientes 1:1. Mit dem sechsten Spiel in Folge ohne Niederlage festigten die Hanseaten ihren Platz im Mittelfeld der Tabelle. Es bestehen berechtigte Aussichten, dass sich der vorjährige Rückkehrer ins Oberhaus als einziger Club von den insgesamt vier Nordvereinen von der Zone mit den potentiellen Abstiegs-Anwärtern lösen wird. Gewiss ein Verdienst des Coachs Merlin Polzin. Ihm ist es geglückt, seinem Team die notwendige Stabilität zu verschaffen.

Heidenheim

Überrascht hat im Abstiegskampf der Tabellenletzte aus Heidenheim, dem im Südwest-Derby mit den favorisierten Stuttgartern ein bemerkenswertes 3:3 gelang. Doch dieser Punkt-Gewinn wird den Ost-Württembergern kaum reichen, um den drohenden Verlust ihres Bundesliga-Platzes noch abzuwenden. Dafür kann sich der VfB weiterhin Chancen für die Qualifikation des Wettbewerbs 2026/27 der europäischen Königsklasse ausrechnen, zumal Leipzig im Vergleich der Bayern-Verfolger gegen Dortmund über ein 2:2 nicht hinaus kam.

Dortmund

Ausgerechnet vor dem „Classico“ mit München hat die Borussia beim 2:2 in Leipzig zum Verdruss seiner Fans – wie bei den Lippstädter „Optimisten“ – gepatzt. Auch wenn der BVB aus Sachsen nach einem vorübergehenden Rückstand von 0:2 noch einen Punkt mitnehmen konnte, hat er dem Titelverteidiger eine Steilvorlage im Kampf um die Vergabe Schale in 2026 geliefert. Die Sportmoderatorin Lena Cassel fand dazu im sonntäglichen „Doppelpass“ beim Sender Sport 1 die richtigen Worte, als über das Versäumnis von einer „Riesenchance für Dortmund“ sprach, „um noch mal den Druck auf die Bayern maximal zu erhöhen“.

München

Hingegen besiegte der FC Bayern die Sportgemeinde der Frankfurter Eintracht mit 3:2. Die von Vincent Kompany formierte Mannschaft spielte dabei 70 Minuten souverän. Durch zwei Fehler des Branchenführers gelang es den Hessen, das Treffen noch mal spannend zu gestalten. Doch der Vorsprung von jetzt acht Punkten gegenüber Borussia Dortmund wird wohl für den erneuten Gewinn der Meisterschaftsschale von München im Mai ausreichen.