Von einer Bürgschaft bis zum Derby

Die lokale Politik musste sich in der vergangenen Woche wiederum mit dem Ansinnen aus der örtlichen Gesundheitsszene befassen, ihr eine Bürgerschaft der Stadt Lippstadt in Aussicht zu stellen. Diesmal war es das neue Klinikum Lippstadt, das um Hilfe begehrte. Jenes Haus, das in 2024 aus der für den Erhalt des Krankenhausstandortes Lippstadt erforderlichen Fusion des Evangelischen Krankenhauses (EVK) mit dem Dreifaltigkeits-Hospital (DFH) entstanden ist. Es kam am letzten Montag so, wie es der Antragssteller wünschte: Das Klinikum bekommt eine Ausfallbürgschaft von fünf Millionen Euro. Mit ihr will das Christliche Krankenhaus jene Lücke überbrücken, bis die in Aussicht gestellten Fördermittel des Landes und des Bundes in Lippstadt eingetroffen sind. Skeptiker fragen, wann abermals ein ähnliches Gesuch vorliegt. Bereits in 2024 fanden mehrere Sitzungen des Rates statt, als es darum ging, das damalige DFH nach einem Cyberangriff mit einer Bürgschaft unter die Arme zu greifen.

Wochenrückblick von Hans Zaremba

Hilfe für das Klinikum Lippstadt in Aussicht gestellt:
Mit einer Ausfallbürgerschaft in Höhe von fünf Millionen nimmt die Stadt Lippstadt ein beträchtliches Risiko in Kauf, wenn zugesagte Fördermittel für das fusionierte Krankenhaus aus Berlin und Düsseldorf ausbleiben sollten.
Archiv-Foto: Hans Zaremba

Krankenhausplanung bei SPD-Senioren

Das Gesundheitswesen ist am nächsten Donnerstag, 19. März, 15.00 Uhr, im SPD-Bürgerbüro in Lippstadt auch ein Thema bei den Seniorinnen und Senioren der Lippstädter Sozialdemokratie. Dann will die Arbeitsgemeinschaft 60plus die Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen mit Sabrina Kiwit von Ver.di (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) beleuchten. Künftig soll das Land entscheiden, welche Klinik welche Leistung anbieten darf. Die grundsätzliche Zielsetzung – eine bedarfsgerechte Versorgung mit weniger Wettbewerb – kann richtig sein. Doch die Gewerkschaft befürchtet erhebliche negative Auswirkungen für die Beschäftigten und zudem Versorgungslücken auf dem Land.

Enttäuschung bei CDU und SPD

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am letzten Sonntag endete mit einem Erfolg für Cem Özdemir, der mit bemerkenswerten Aufholjagd für das Bündnis 90/Die Grünen den ersten Rang einnehmen konnte. Gewiss war es eine knappe Entscheidung, was die Regierungsbildung in Stuttgart nicht vereinfachen dürfte. Verlierer sind die CDU, die das Ministerpräsidentenamt für ihren Vormann Manuel Hagel fest eingeplant hatte, und die SPD mit ihrem erschreckenden Ergebnis von 5,5 Prozent. Nun schauen die Union und Sozialdemokratie auf die bevorstehende Abstimmung am übernächsten Sonntag, wenn in Rheinland-Pfalz gleichfalls eine Landtagswahl ansteht. Auch hier könnte es zu einem ähnlich engen Ausgang kommen, wenn man den Prognosen der Meinungsinstitute vertrauen kann.

Aufstieg der Schwarz-Roten gefährdet

Frust hatten auch die Schwarz-Roten, die sich dem Fußball widmen. Statt eines eingepreisten Dreiers kam der SV Lippstadt 08 am letzten Sonntag beim 1. FC Gievenbeck nicht über ein Remis von 1:1 hinaus. Im Kampf um die angepeilte Rückkehr in die viertklassige Regionalliga ein Dämpfer für die Schützlinge von Felix Bechtold. Nun wollen sich die Lippstädter am morgigen Sonntag um 15.00 Uhr vor heimischer Kulisse im Treffen mit TSG Sprockhövel wieder ins Gespräch bringen. Reizvoll dürfte für die heimischen Fußballfreunde auch das ostwestfälische Derby am heutigen Samstag um 13.00 Uhr auf der Alm in der Leineweberstadt sein, wenn Arminia Bielefeld den SC Paderborn 07 zu Gast hat. Ein Match, das sowohl für den Aufstieg in die Bundesliga (Paderborn) als auch für den Abstieg in die Dritte Liga (Bielefeld) seine Auswirkungen haben könnte.

Hinweis

Diese Zeilen wurden am Samstag, 14. März 2026, 10.00 Uhr, veröffentlicht.