Reizvolle Partien um den Klassenerhalt  

Im Mittelpunkt des Interesses standen am letzten Spieltag der 63. Auflage der Bundesliga vor der Länderspielpause reizvolle Partien, in denen die meisten der beteiligten Mannschaften um den Klassenerhalt kämpften. Am Mittellandkanal das Treffen der Grünweißen aus Wolfsburg und Bremen (0:1) und im Rheinland das 100. Derby von Köln und Mönchengladbach (3:3). Und von viel Tradition wurde im Ruhrgebiet das Match von Borussia Dortmund mit dem Hamburger SV (3:2) begleitet.

Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Findet die Auseinandersetzungen vermeintlicher Fußballfreunde mit der Polizei unerträglich:
Das stellt der Chronist des Lippstädter BVB-Fanclubs, Hans Zaremba, in seiner wöchentlichen Kolumne zur Bundesliga heraus.

Wolfsburg

Auch mit Dieter Hecking als Trainer wird nach der Heimpleite von 0:1 des VfL Wolfsburg gegen Werder Bremen der erste Bundesligaabstieg des Vereins aus der Autostadt immer wahrscheinlicher. Vermutlich greifen die Konzepte des einstigen Lippstädter Jugendspielers als Coach nicht mehr. Eine Erfahrung, die der in Castrop Rauxel geborene Übungsleiter auch in seiner kurzen Phase nach weniger als einem Jahr beim VfL Bochum erleben musste. Hingegen hat Daniel Thioune an der Weser mehr Glück, obwohl er vor seiner Verpflichtung beim SV Werder über keine Erfahrung im Oberhaus verfügte. Unerträglich waren die vor dem Spiel in Wolfsburg registrierten Auseinandersetzungen von vermeintlichen Freunden des Fußballs mit der Polizei, diesmal ausgelöst von den Anhängern des Teams aus Bremen.

Köln

Nach dem mit reichlich Moral bewiesenen Auftritt der Kölner beim 3:3 im spektakulären Treffen mit Mönchengladbach hat der Effzeh im Abstiegskampf einen immens wichtigen Dreier verpasst. Der letztjährige Aufsteiger läuft nun seit sieben Spielen einem Sieg hinterher. Dass er am letzten Sonntag nicht auf dem Relegationsrang landete, ist lediglich auf die Schlappe des Konkurrenten FC St. Pauli von 1:2 am Hamburger Millerntor gegen Freiburg zurückzuführen. Die Folge am Rhein war die Entlassung des glücklosen Betreuers Lukas Kwasniok, der erst im Juli aus Paderborn kam. Nun müssen die Geißböcke nach den Länderspielen in der Schweiz und gegen Ghana am Ostersonntag in Frankfurt antreten.

Frankfurt

Auch die Sportgemeinde der Frankfurter Eintracht hatte bei Mainz 05 ein 1:2 zu erdulden. Mithin mussten die Hessen vom Main wiederum im Ringen um die Qualifikation für eine europäische Konkurrenz Federn lassen. Indessen konnten die Rheinhessen drei wichtige Zähler im Wettkampf für ihre Zugehörigkeit in der Beletage des Fußballsports einsacken.

Dortmund

Das vom BVB nach dem Rückstand von 0:2 zur Pause gegen den HSV in der zweiten Hälfte noch erreichte 3:2 wurde durch die am Sonntag in Dortmund verkündete Scheidung der Schwarz-Gelben von ihrem Sportdirektor überlagert. „Die Trennung von Sebastian Kehl bedeutet natürlich einen Einschnitt in unserer sportlichen Führungsebene“, teilte vielsagend Carsten Cramer für die BVB-Geschäftsführung mit. Der im Januar 2002 vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund als Mittelfeld-Akteur geholte Fußballer wurde in den Kreisen der BVB-Fans – auch bei vielen „Optimisten“ in Lippstadt – geschätzt. Insgesamt war er 13 Jahre als Kicker für die Dortmunder aktiv, leitete von 2018 bis 2022 die Lizenzspieler-Abteilung des Bundesligisten und stieg schließlich als Nachfolger von Michael Zorc zum Sportdirektor auf. Offenbar konnte er sich in der komplizierten Struktur des Clubs neben dem Präsidenten Hans-Joachim Watzke, Vorstandssprecher Carsten Cramer, Sportvorstand Lars Ricken und Matthias Sammer als Berater der Borussia nicht etablieren. Darum überrascht es nicht, dass der Medienberichten zufolge einvernehmliche Abschied mit sofortiger Wirkung geschah.