Kampf um den Klassenerhalt

Nach der letzten Länderspielpause der Bundesliga vor der Weltmeisterschaft in Nordamerika ist das nationale Fußballoberhaus um die Ostertage in die verbleibenden sieben Partien seiner 63. Auflage gestartet. Während durch den fortgesetzt führenden Rekordmeister die Vergabe der Meisterschale bereits vor geraumer Zeit entschieden wurde, geht es jetzt vorwiegend um den Klassenerhalt. Ähnlich wie für den FC Bayern München an der Spitze dürfte ebenso die Bestimmung des 1. FC Heidenheim als Schlusslicht besiegelt sein. Spannend ist momentan, wer die Ost-Württemberger in das Unterhaus begleitet. Erster Anwärter ist fraglos der VfL Wolfsburg. Unterdessen haben nach ihren Dreiern mit dem FC Schalke 04 (1:0 gegen Karlsruhe) und SC Paderborn 07 (2:0 in Fürth) gegenwärtig zwei westfälische Clubs aus der zweiten Liga die besten Chancen, die freiwerdenden Plätze in der Beletage einnehmen zu können.  

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Sieht Schalke und Paderborn als mögliche Rückkehrer:
Das beschreibt der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, in seiner wöchentlichen Bundesligakolumne zum Ab- und Aufstieg im Oberhaus.

Wolfsburg

Bis zur Halbzeit sah es noch relativ dienlich für die Wölfe im Werksduell mit Leverkusen aus. Doch aus dem 3:2 zur Pause wurde zum Schluss eine kräftige Klatsche von 3:6. Nun fällt es ziemlich schwer, noch an einer Bundesliga-Zukunft des VfL zu glauben. Der Meister von 2009 leidet spürbar unter den Folgen eines jahrelangen Missmanagements. Nach dem vierten Rang in der Spielzeit 2020/21 unter dem Coach Oliver Glasner ging es für den Club am Mittellandkanal nur noch bergab. Auf den Österreicher folgten fünf Trainer, zuletzt Dieter Hecking. Auch mit dem ehemaligen Lippstädter Jugendfußballer ist es nicht viel besser geworden. Die Niedersachsen konnten mit dem am 8. März in Wolfsburg angeheuerten Übungsleiter lediglich einen Zähler holen. Folglich ist die Stimmung beim vom örtlichen Autobauer lange unterstützten Verein nicht gut. Ähnlich wie beim arg gebeutelten Konzern.

Hamburg

Angesichts der Wolfsburger Schwäche hofften die Kiezkicker aus Hamburg bei ihrem Auftritt in Köpenick auf einen großen Befreiungsschlag. Aber die Hanseaten kamen über ein 1:1 nicht hinaus. Dennoch konnten sie ihren Vorsprung auf dem 17. Tabellenrang mit dem norddeutschen Rivalen auf vier Zähler ausbauen. Der NDR zitiert den Betreuer von St. Pauli, Alexander Blessin, mit: „In der Summe geht das Unentschieden in Ordnung. Der Punkt wird uns am Ende helfen.“ Genauso schaffte der Lokalrivale, der HSV, gegen Augsburg ein 1:1. Mit nun 31 Zählern ist bei den Rothosen berechtigter Glaube für den Liga-Verbleib angesagt.  

Dortmund

Neunzig Minuten hatten die mitgereisten Fans der Borussia – unter ihnen gleichfalls eine Gruppe der Lippstädter „Optimisten“ – von ihrer Mannschaft in Stuttgart lediglich Magerkost geboten bekommen. Als viele Beobachter schon vom torlosen Remis ausgingen, bewirkten zwei Männer, die zuletzt im schwarz-gelben Abseits standen, Karim Adeyemi und Julian Brandt, mit ihren Buden in der Nachspielzeit noch einen Dortmunder Sieg. Damit dürften die Borussen die Vizemeisterschaft 2026 eingesackt haben. Indessen stand nach der überraschenden Trennung vom bisherigen Sportdirektor Sebastian Kehl sein aus Elversberg als Nachfolger geholte Ole Book im Mittelpunkt des Interesses. Bei der weiterhin verzwickten BVB-Führungsebene (Präsident Hans-Joachim Watzke, Vorstandssprecher Carsten Cramer, Sport-Geschäftsführer Lars Ricken und Berater Matthias Sammer) ist die jetzige Funktion für den einstigen Zweitliga-Kicker mit Stationen in Ahlen und Duisburg kein einfaches Unterfangen. Zudem vor dem Hintergrund, weil nach den gemeldeten Abgängen von Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan in Dortmund ein größerer Umbruch fällig ist. Ob er glückt, wird auch vom Geschick des in Beckum geborenen neuen BVB-Direktors abhängen.