Vom Maifeiertag bis zum Fußball

Der Tag der Arbeit, der alljährlich am 1. Mai begangenen wird, ist auch in Lippstadt ein bedeutendes Datum der Gewerkschaften. Dazu war es gestern dem heimischen Kreisverband des DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) gelungen, mit Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen) die Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen für die traditionelle Mairede zu gewinnen. Ebenso konnte der DGB-Kreisvorsitzende Holger Schild (Erwitte) zum Grußwort den parteilosen Bürgermeister Alexander Tschense auf der Lippstädter Bühne willkommen heißen.  

Wochenrückblick von Hans Zaremba   

Lippstadt am 1. Mai 2026:
Holger Schild (rechts) und Alexander Tschense begrüßen Mona Neubaur zum Tag der Arbeit auf dem Rathausplatz.
Foto: Hans Zaremba

Tag der Arbeit

Vor dem Hintergrund der vom Bundeskabinett in dieser Woche verabschiedeten Reform des Gesundheitswesens und weiterer geplanter Maßnahmen der schwarz-roten Koalition warnte am Maifeiertag in Lippstadt der Gewerkschaftler Holger Schild vor sozialen Einschnitten. Und Bürgermeister Alexander Tschense schaute auf die gegenwärtig schwierige wirtschaftliche Lage in Folge der Kriege in der Ukraine und im nahen Osten, die auch in Lippstadt spürbar sei. Von der Landespolitikerin Mona Neubaur wurde die Bedeutung des Tariftreuegesetzes hervorgehoben. Die Landesregierung hatte kurz vor dem 1. Mai noch auf eine langjährige Forderung der Gewerkschaften mit ihrem Gesetzentwurf reagiert, öffentliche Aufträge nur noch an Firmen zu vergeben, die sich an Tarifverträge halten.

Hürden der Koalition

Die seit einem knappen Jahr bestehende Bundesregierung aus den Unionsparteien und Sozialdemokraten hat in diesen Wochen viele Klippen zu umschiffen. Am Mittwoch verabschiedete das Kabinett den Vorschlag für eine Gesundheitsreform, den der Kanzler Friedrich Merz (CDU) als „historisch“ bezeichnete, obwohl er erst noch über die Hürden des Bundestages muss. Zudem hat die vom Sauerländer geleitete Koalition mit den Vorhaben Steuerreform und Rentenreform noch weitere große Brocken wegzuräumen. Vom Gelingen dieser Projekte hängt viel davon ab, ob die Zusammenarbeit zwischen dem Regierungschef und seinem Stellvertreter Lars Klingbeil (SPD) dafür eine belastbare Basis bildet. Zuletzt war von lautstarken Auseinandersetzungen zwischen den beiden führenden Protagonisten des Berliner Bündnisses die Rede. Folglich orakelten schon einige Medien von einem baldigen Bruch der Regierung.

Zukunft des Heilbades

Ursprünglich war vorgesehen, die vom Bürgermeister angekündigte Entscheidungsmatrix für Bad Waldliesborn am kommenden Montag, 4. Mai, im Haupt- und Finanzausschuss zu beraten. Doch dieser Termin kann offenkundig nicht gehalten werden. Zu diesem Komplex zählt auch die Zukunft der Therme im Heilbad. Ebenso die Idee für ein kombiniertes Gradierwerk und Inhalatorium. Dafür werde jedoch eine zusätzliche Zeit benötigt, um eine fachliche, wirtschaftliche und konzeptionelle Prüfung vornehmen zu können, wird in der Sitzungsvorlage für den kleinen Rat am Montagabend angekündigt. Nach dem neuen Zeitplan soll die Vorstellung und Beratung der Entscheidungsmatrix im Stadtwicklungsausschuss am Donnerstag, 25. Juni, im Haupt- und Finanzausschuss am Montag, 29. Juni, und im Stadtrat am Montag, 13. Juli, erfolgen. Kurzum: Die Zukunft von Bad Waldliesborn als Kurort bleibt Lippstadt noch länger als Thema erhalten.

Erwartungen der Fußballfans

Die Fans des SV Lippstadt 08 müssen sich damit abfinden, auch in der Spielzeit 2026/27 die schwarz-roten Fußballer weiterhin in der Oberliga Westfalen zu beobachten. Das über eine längere Zeit mögliche Comeback der von Felix Bechtold betreuten Fußballer in der Regionalliga hatte sich am vergangenen Sonntag mit der Niederlage von 0:1 im Spitzenspiel beim Tabellendritten ASC 09 Dortmund mehr oder weniger erledigt. Offenkundig ist dem SV 08 nach einem guten Saisonverlauf auf den letzten Metern die Luft ausgegangen. Hingegen löste das Match des FC Schalke 04 mit dem 3:2 beim SC Paderborn 07 bei den blau-weißen Anhängern Jubel aus. Die Rückkehr der Knappen in die Beletage des deutschen Fußballs rückt damit in erreichbare Nähe. Die gleichen Begierden der Sympathisanten aus der Domstadt im Hochstift erlebten – zumindest vorübergehend – eine Enttäuschung. Die Blau-Schwarzen aus der Stadt an Pader und Alme sollten nun am morgigen Sonntag in Elversberg drei Punkte einsacken, wenn sie weiterhin im Rennen für einen dritten Aufstieg in die Bundesliga bleiben wollen.

Hinweis des Verfassers

Diese Zeilen wurden am Samstag, 2. Mai 2026, 11.30 Uhr, veröffentlicht.