Nach der Landtagswahl am Sonntag, 3. Mai 1975, als sich mit Lothar Reiter (1923-1982) aus Geseke zuletzt ein Sozialdemokrat außerhalb von Lippstadt im heimischen Wahlkreis um einen Landtagssitz bewarb, möchte in 2027 mit Lennart Rixen wiederum ein SPD-Mitglied aus Geseke im Wahlkreis 120 (mit den Kommunen Anröchte, Erwitte, Geseke, Lippstadt, Rüthen und Warstein) für das Landesparlament kandidieren. Dafür stellte sich der 28 Jahre alte zweite stellvertretende Bürgermeister der Stadt Geseke Mitte März 2026 in der Mitgliederversammlung des Lippstädter SPD-Ortsvereins vor. Unterdessen wurde bekannt, dass auch Justus Schulte (27) aus Warstein sein Interesse bekundet hat, bei der Landtagswahl für die Sozialdemokratie ins Rennen zu gehen. Er wird sich im benachbarten Wahlkreis 119, der die Region des Altkreises Soest umfasst, um die Aufstellung als Landtagsbewerber der SPD bewerben.
Zwei potentielle SPD-Landtagskandidaten

Lennart Rixen aus Geseke.
Archiv-Foto: Steffen Brüseke
Lennart Rixen
Lennart Rixen, beruflich im Wahlkreisbüro des Bundestagsmitglieds Jens Behrens tätig, engagiert sich im Geseker Stadtrat als Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Zudem in den Gremien der Sparkasse Geseke (Verwaltungsrat, Risikoausschuss und Bilanzprüfungsausschuss). Übrigens für jene Anstalt des öffentlichen Rechts, die bislang als einzige im Kreis Soest nicht dem größeren Verbund der Sparkasse Hellweg-Lippe mit Sitz in Lippstadt beigetreten ist. Während seiner Vorstellung im SPD-Ortsverein Lippstadt rückte der SPD-Vormann aus Geseke nach einer Pressemittelung der Lippstädter Sozis „insbesondere sechs zentrale Punkte für ein gerechtes Nordrhein-Westfalen in den Fokus“. In der Wirtschaftspolitik forderte er einen aktiveren Einsatz für Industriearbeitsplätze durch einen Transformationsfonds nach saarländischem Vorbild, ein Bündnis für Arbeit und ein wirksames Tariftreuegesetz gegen die sinkende Tarifbindung in Nordrhein-Westfalen. Im Bereich der Kommunalfinanzen spricht sich der Geseker Ratsherr für eine deutliche Erhöhung des Verbundsatzes sowie für eine pauschale Weiterleitung der Sondervermögen-Mittel durch das Land an die Kommunen aus. Damit will er die aktuell schwerste kommunale Finanznot seit der Nachkriegszeit bewältigen. „Vor Ort erleben die Menschen, ob der Staat funktioniert oder eben nicht. Das ist wichtig, für das Vertrauen in unsere demokratische Verfassung“, so der Geseker, der sich für eine auskömmliche Kommunalfinanzierung stark macht. Der Vorstand der Lippstädter SPD bekräftigte die Bewerbung von Lennart Rixen und sprach sich einstimmig dafür aus, den Delegierten aus Lippstadt die Unterstützung für sein Vorhaben bei der geplanten Erwitter Aufstellungskonferenz der Sozialdemokraten am Samstag, 9. Mai 2026, zu empfehlen.

Justus Schulte aus Warstein.
Foto-Quelle: SPD-Stadtverband Warstein
Justus Schulte
Der von der Warsteiner SPD unterstützte Justus Schulte wurde im Januar 1999 in Geseke geboren, ist von 2001 bis 2022 in Lippstadt aufgewachsen und lebt seit 2022 in Warstein-Suttrop. In 2017 hat er am Ostendorf-Gymnasium in Lippstadt sein Abitur bestanden und arbeitet derzeit als staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger beim Wohnverband Warstein des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Seine Interessen und Hobbys sind: Geschichte, Politik, Rhetorik, Reisen, Bücher verfassen, Autos reparieren und Zeichnen. SPD-Mitglied ist er seit 2024 und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins für Warstein, Suttrop und Belecke. Von 2017 bis 2024 war er in der FDP. Als seine Kernthemen nennt er: Bildung, Soziales, Gesundheit, Inklusion, Modernisierung, Entbürokratisierung und Individualismus. Seine Motivation zur Bewerbung schildert er wie folgt: „Die aktuelle Politik auf Landesebene ist eingeschlafen, behaftet von Wiederholungsfehlern und wenig progressiv. Als einwohnerstärkstes Bundesland mit 18 Millionen Einwohnern, hat die Bevölkerung des Landes Nordrhein-Westfalen den lang ersehnten Wandel hin zur direkt spürbaren und fortschrittlichen Politik verdient. Ich sehe meine Position in diesem längst überfälligen Wechsel. Ich kann und ich will verändern, verbessern, zuhören und begleiten. Für Rentner, Berufstätige, für jeden Heranwachsenden, für alle die an einer gut funktionierenden Gemeinschaft interessiert sind. Ich möchte, dass unsere Schulen und Kindergärten nicht in Vergessenheit geraten und modernisiert werden, um die besten Chancen für die kommenden Generationen zu garantieren.“ Ein besonderes Augenmerk liegt für ihn auf seine Heimatregion, dem Kreis Soest, mit seinen 14 Kommunen, darunter sieben Städte und sieben Gemeinden mit 300.000 Einwohnern. „Eine Region mit Chancen, Perspektiven, aber auch mit Herausforderungen und Ängsten vor der Zukunft. Ich durfte über Jahre meine Heimatregion mit ihren Menschen und Facetten kennenlernen und würde mich freuen, diese individuell begleiten und vertreten zu dürfen.“
Hinweis
Dieser Beitrag wurde vom Verfasser der Zeilen am Donnerstag, 7. Mai 2026, 13.15 Uhr, veröffentlicht.


