Siebzehn Tage vor dem Fußball-Weltturnier in Nordamerika rückte durch das 2:1 des SC Paderborn 07 gegen den VfL Wolfsburg in der Relegation um den drittletzten Bundesliga-Rang die Debatte über den von Julian Nagelsmann nominierten deutschen Kader in den Hintergrund. Insbesondere in der heimischen Region von Lippstadt, wo es aufgrund der Nähe zu Paderborn eine starke Affinität zu den Blau-Schwarzen aus dem Hochstift gibt.
Wochenrückblick von Hans Zaremba

Partystimmung vor dem Rathaus in der Domstadt nach dem dritten Bundesligaaufstieg des SC Paderborn 07.
Foto: Hans Zaremba
Begeisterung
Viele von ihnen befanden sich am Dienstagnachmittag unter rund 15.000 begeisterten Fußballfans vor dem Rathaus der Domstadt, als die Mannschaft mit großem Applaus bei einer gelungenen Sommerparty für ihren Erfolg am Pfingstmontag gefeiert wurde. Es ist erstaunlich, dass die Paderborner nach 2014 und 2019 jetzt zum dritten Mal den Sprung in die oberste deutsche Fußballklasse geschafft haben. Das Ergebnis eines soliden und überzeugenden Managements des erst 1985 nach mehreren Fusionen entstandenen Sportclubs. Neben der Anerkennung für diesen Erfolg begleitet die Mannschaft die besten Wünsche auf ihrem gewiss nicht einfachen Weg in der Bundesliga-Saison 2026/27.
Enttäuschung
Hingegen endet für die Schwarz-Roten aus Lippstadt die Spielzeit 2025/26 mit einer Enttäuschung. Die durchaus erreichbare Rückkehr in die viertklassige Regionalliga haben die von Felix Bechtold betreuten Männer in der Schlussphase der Oberliga Westfalen vergeigt. Dazu passt, dass am Pfingstmontag auch die letzte Partie im einstigen Stadion „Am Bruchbaum“ gegen die zweite Mannschaft des SV Preußen Münster mit 1:3 zu Ende ging. Schade. Nun gilt in Lippstadt der Blick nach vorne, um in 2027 – drei Jahrzehnte nach der Vereinigung der Fußballabteilungen von Borussia Lippstadt 08 und Teutonia 08 zum heutigen SV Lippstadt 08 – das ersehnte Regionalliga-Comeback zu schaffen.

Die Lippstädter Fußballer bereiten sich auf das Match gegen Münster vor.
Foto: Hans Zaremba
Optimismus
Ein knappes Jahr vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat der designierte Spitzenkandidat der SPD, Jochen Ott, eine Reihe von Dialogtreffen mit der sozialdemokratischen Parteibasis absolviert. Zuletzt am Mittwochabend im deutschen Fußballmuseum in Dortmund, wo sich eine größere Schar von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus dem Westlichen Westfalen versammelte. Trotz der gegenwärtig schwierigen Umfrageresultate vermittelte der Kölner Sozialdemokrat durch seinen engagierten Auftritt viel Optimismus. Er selber schrieb am gestrigen Freitag in einer Mail: Es war wirklich ein spannender und rundum gelungener Abschluss der „NRW, jetzt erst gerecht!“-Tour.

Plakat der Dialogserie von Jochen Ott mit der SPD-Basis.
Foto Karl-Heinz Tiemann
Bangen
Aus der Stadtpolitik waren in den vergangenen Tagen Klagen von jenen Betrieben zu vernehmen, die den Lippstädter Wochenmarkt beschicken. Die örtliche Tageszeitung titelte am Donnerstag Händler bangen ums Image. Der Grund der Headline war die Entscheidung der städtischen Verantwortlichen, einem Lokal in der Innenstadt größere Möglichkeiten für seine Außengastronomie einzuräumen. Womöglich hätte eine intensivere Kommunikation zwischen dem Stadthaus und den Marktleuten den am Donnerstag vermeldeten Ärger vermieden.
Gerüchte
Und in der Hauptstadt bestimmten Gerüchte über einen Kanzlertausch die Überschriften. Durch die schwierige politische Situation mit Blick auf die angedachten Sozialreformen, den Kriegen zwischen den USA und dem Iran sowie die fortwährenden Angriffe von Russland auf die Ukraine und die Reaktionen aus Kiew ist die Arbeit der schwarz-roten Koalition nicht einfach. Offensichtlich liegen in der CDU durch das angekratzte Image ihres Vorsitzenden Friedrich Merz die Nerven blank. Nicht anders sind die von den Medien aufgegriffenen Überlegungen zu bewerten, den jetzigen Bundeskanzler durch eine andere Person zu ersetzen. Auch die SPD und CSU, die beiden Partner der CDU in der Regierung, werden von diesen Aufregungen erfasst. Folglich geraten auch deren Vorsitzende Bärbel Bas und Lars Klingbeil (SPD) sowie Markus Söder (CSU) in den Fokus der öffentlichen Kritik.
Hinweis
Diese Zeilen wurden am Samstag, 30. Mai 2026, 11.20 Uhr, veröffentlicht.


