Als Einstieg in die öffentliche Veranstaltung „Wohnen im Alter“ der Lippstädter SPD-Senioren erläuterte der Geschäftsführer der GWL (Grundstücks- und Wohnungsbau GmbH Lippstadt), Meinolf Köller, die Angebotspalette des städtischen Unternehmens. Speziell ging er auf den Einsatz zur Verbesserung der Offerten an barrierefreien sowie barrierearmen und damit auch seniorengerechten Mietwohnungen in Lippstadt ein.
Öffentlicher Austausch mit Meinolf Köller

Foto: Hans Zaremba
Projekte der GWL
Mittlerweile verfüge die GWL über mehr als 400 solcher Wohnungen. Dabei handele es sich um Domizile in allen Größen- und Preiskategorien, informierteKöller und fügte hinzu, dass sich diese Objekte sowohl im Innenstadtbereich als auch in verschiedenen Wohnanlagen im gesamten Stadtgebiet befinden. Überdies stellte der GWL-Manager die gegenwärtig laufenden Großmodernisierungen in den Quartieren Juchaczstraße und Herderstraße/Schwemannskamp vor. Ebenso die Neubauvorhaben an der Gorch-Fock-Straße. Mit dem Bau von 16 weiteren barrierefreien und öffentlich geförderten Mietwohnungenwerde im Herbst 2026 begonnen, kündigte der Gastgeber des vom Vormann der SPD-Gruppe, Karl-Heinz Tiemann, eröffneten Treffens in der GWL-Zentrale an. Überhaupt seien im Neubaubereich die barrierefreien Ausstattungen des städtischen Wohnungsunternehmens seit vielen Jahren der übliche Standard. Darüber hinaus betonte Köller, dass die GWL fortgesetzt versuche, attraktive Angebote für Seniorinnen und Senioren zu schaffen, die aus ihren zu großen gewordenen Bleiben oder Eigenheimen in kleinere Wohnungen umziehen wollen. Solche Projekte konnte die GWL im Stadtzentrum in der Fleischauerstraße im Zuge der Umgestaltung der früheren Marienschule und Klockowstraße auf einem vormals brachliegenden Areal errichten. Der Austausch der SPD-Senioren mit Meinolf Köller im Beisein der vormaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Niehaus und Udo Strathaus gibt Anlass, einen Blick auf die Geschichte der GWL zu werfen. Das Unternehmen mit seinen heutigen Geschäftsfeldern Wohnen (Vermietung und Verwaltung), Bauen (Neubau und Modernisierung) und Erschließen(Grundstücks- und Baugebietsentwicklung) wurde 1951 als Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Lippstadt (GWL) gegründet.
Geschichte der GWL
Einer der maßgeblichen Initiatoren war der von November 1948 bis zu seinem Tod im Januar 1974 wirkende Bürgermeister Jakob Koenen (1907-1974). Mit der vom SPD-Politiker durchgesetzten Gesellschaft wollte man die nach dem Zweiten Weltkrieg durch Flucht und Vertreibung von Menschen aus den vormals deutschen Ostgebieten in Lippstadt entstandene Wohnungsnot begegnen. Eine Herausforderung, die durch mehrere Bauprojekte gelang. Dazu zwei Zahlen aus einer Veröffentlichung im Juni 1951: Zum 1. Januar 1951 waren in Lippstadt insgesamt 32.191 Einwohnerinnen und Einwohner gemeldet, für die nur 7.122 Wohnungen zur Verfügung standen. Zu Ostern1997 wurden Gerüchte bekannt, wonach die GWL zum Verkauf anstehe. Vorausgegangen waren Überlegungen in der damaligen Stadthaus-Spitze am Ostwall, repräsentiert durch den von August 1989 bis Ende Juli 1997 amtierenden Stadtdirektor Klaus Karl Kasterund dem von Dezember 1989 bis November 2013 tätigen Stadtkämmerer Rainer Strotmeier(beide CDU), aus dem Erlös das Stadtsäckel aufzufüllen. Doch heftige Mieterproteste sowie die von den inzwischen verstorbenen SPD-Ratsherren und damaligen GWL-Aufsichtsräten Walter Neumann (1922-2015) und Horst Schneider (1933-2015) initiierten Bürgerversammlungen durchkreuzten das Vorhaben. Dieses Blatt titelte dazu in seiner Ausgabe vom 4. Mai 1997 „GWL soll in ihrer jetzigen Struktur erhalten bleiben“. Schließlich erteilte der Lippstädter Stadtrat in seiner Sitzung am 26. Mai 1997 der Idee einer Veräußerung des städtischen Unternehmens eine klare und bindende Absage.


