Während in Berlin die Reformvorhaben der schwarz-roten Koalition und im Fußball das deutsche Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft die Schlagzeilen in der vergangenen Woche bestimmten, wurde in der Lippstädter Kommunalpolitik die künftige Gestaltung des Uniongeländes erneut strittig diskutiert. Nach Auffassung der Mehrheit aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Linke im städtischen Haupt- und Finanzausschuss sollen auf Vorschlag der Verwaltung im Juli mit den Bürgern Anregungen für die Entwicklung des einstigen Industrieareals gesammelt werden. Von diesen Fraktionen wurde am Montagabend im „kleinen Rat“ auf die verschiedenen Forderungen aus dem letzten Kommunalwahlkampf abgehoben, als verstärkt von einer Bürgerbeteiligung für die Überplanung des Unionareals die Rede war. Hingegen wollen auf der anderen Seite CDU, Bürgergemeinschaft und die Rechtspopulisten unter anderem wegen der aktuellen Haushaltslage der Stadt Lippstadt das Verfahren der Bürgerbeteiligung vorerst aussetzen. Diese Debatte über das Pro und Kontra zur Bürgerbeteilung wird womöglich noch eine gewisse Zeit andauern.
Wochenrückblick von Hans Zaremba

Bei einem eigens für alle im Lippstädter Stadtparlament vertretenen Fraktionen auf dem Uniongelände anberaumten Termin erläuterte damals Heinrich Horstmann, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bauen im Stadthaus, die Möglichkeiten für die Errichtung der künftigen Feuer- und Rettungswache auf dem einstigen Industrieareal. Nun – ein gutes Jahr später – soll auch die weitere Gestaltung des weitläufigen Areals in den Blick genommen werden.
Archiv-Foto: Karl-Heinz Tiemann
Reformpaket
Die Parteioberen von CDU, CSU und SPD haben am Mittwochabend, 1. Juli, ein umfangreiches Reformpaket von insgesamt 34 Punkte vereinbart. Mit dem abgesprochenen Vorhaben wollen die Partner der Bundesregierung Deutschland modernisieren, die Wirtschaft ankurbeln und den Sozialstaat zukunftsfest machen. Diese Ankündigung war nach den Unterredung des Koalitionsausschusses im Kanzleramt zu vernehmen. Darunter befinden sich gewiss Aspekte, die einer Neureglung bedürfen. So die steuerlichen Entlastungen, Veränderungen bei den Minijobs und die Sicherung der Altersversorgung. Ob allerdings die Vorgabe, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Falle einer Erkrankung ihr Fernbleiben vom Arbeitsplatz bereits am ersten Tag mit einem Attest nachweisen sollen, eine sinnvolle Maßnahme ist, bleibt zu hinterfragen. Der Aufschrei der Ärzte vor dem Hintergrund von überfüllten Praxen folgte sofort. Offensichtlich war dieser „Schnellschuss“ aus der Gruppe der Parteivorsitzenden Friedrich Merz (CDU), Bärbel Bas und Lars Klingbeil (SPD) und Markus Söder (CSU) in seinen Konsequenzen nicht durchdacht. Folglich wurde weniger das Gesamtpaket der zum Teil überfälligen Maßnahmen näher geprüft, sondern verstärkt das sogenannte Krankschreiben. Unterdessen rudert die Bundesregierung in dieser Sache zurück.
Bundestrainer
Dass nach dem kläglich Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Fußball der Bundestrainer Julian Nagelsmann von seinem Arbeitgeber, DFB (Deutscher Fußball-Bund) die rote Karte bekam, überrascht nicht sonderlich. Der 38 Jahre alte Sportlehrer war in seiner Funktion für die größte Sportorganisation in der Bundesrepublik eine Fehlbesetzung, was den Verantwortlichen bei einer genauen Betrachtung des Coachs mit seinen vorherigen Stationen in der Bundesliga, TSG 1899 Hoffenheim, RB Leipzig und FC Bayern München, hätte bewusst sein müssen. Nun soll dem gescheiterten DFB-Übungsleiter der Rücktritt vom Amt mit einer Abfindung von sieben Millionen Euro noch erleichtert worden sein. Ganz zu schweigen von den Summen, die eine im Raum stehende Verpflichtung von Jürgen Klopp als neuen Heilsbringer des deutschen Fußballs, aufzubringen sind
Hinweis
Diesen Zeilen wurden am Samstag, 4. Juli 2026, 11.15 Uhr, veröffentlicht.


