Während bis zum Sonntag, 19. Juli 2026, mit dem Finale zwischen Spanien und Argentinien (1:0) die Weltmeisterschaft (WM) im Mittelpunkt bei den Fußballfans stand, richtet sich nun wieder das Interesse auf die Begegnungen der Clubs in ihren jeweiligen Spielklassen. Vom Oberhaus bis in die Kreisliga. Und in der Beletage des deutschen Fußballsports gibt es nach der Rückkehr des FC Schalke 04 und SC Paderborn 07 neben der Borussia aus Dortmund nun gleich drei westfälische Vereine.
Betrachtungen zur Fußballsaison 2026/27

Bei der Aufstiegsfeier des SC Paderborn 07 am Tag nach dem Sieg im Relegationsspiel gegen den VfL Wolfsburg (2:1) organisierte der dortige Stadionsprecher und in Lippstadt durch seine anschaulichen Moderationen bei Abenden im Stadttheater anerkannte Jürgen Lutter (rechts) die unzähligen Autogrammwünsche vor dem Rathaus in der Domstadt.
Bundesliga
Für die Anhängerinnen und Anhänger aus der heimischen Region bestehen damit diverse Möglichkeiten, sich mehrere Partien in der 64. Auflage der Bundesliga anzuschauen. Voraussetzung ist jedoch, dass es genügend Eintrittskarten auf dem Markt gibt. Speziell in Paderborn wird es wegen des begrenzten Fassungsvermögens der dortigen Arena für lediglich 15.000 Besucherinnen und Besucher (8.785 Sitz- sowie 6.215 Stehplätze) schwer, ein Billet zu ergattern. Mühsam dürfte es auch für die Sympathisanten des Traditionsvereins aus Gelsenkirchen sein, eine Karte für ein Match der Knappen zu erwerben, obwohl deren Stadion mit den 62.278 Plätzen erheblich größer ist. Doch der Run auf die begehrten Tickets der Schalker wird nach ihrem Wiederaufstieg von neuem zugenommen haben. Auch die Freundinnen und Freunde von Borussia Dortmund haben ohne Dauerkarte oder Mitgliedschaft in einem Fanclub – wie in Lippstadt – kaum eine Chance, sich den Zutritt in das einstige Westfalenstadion zu verschaffen. In der Regel sind fast alle Heimspiele der Schwarz-Gelben ausverkauft, und dies unabhängig von den jeweiligen Gegnern des BVB 09.

Pressekonferenz nach dem Spitzenspiel des SV Lippstadt 08 gegen die SG Wattenscheid 09 (2:2), das durch den Flutlichtausfall zum Halbzeitpfiff eine Unterbrechung von rund einer Stunde hatte. Mit dabei waren bei den damaligen Statements in der Lounge der Liebelt-Arena gegenüber den Medien von links der Übungsleiter des SV 08, Felix Bechtold, der Lippstädter Stadionsprecher Jörg Borgmeier, und der im März 2026 in Wattenscheid geschasste Coach der im Mai 2026 in die Regionalliga aufgestiegenen SG 09, Christopher Pache.
Archiv-Fotos (2): Hans Zaremba
Oberliga
Auch in Lippstadt bereiten sich die Verantwortlichen des SV 08 auf die neue Spielzeit in der Oberliga Westfalen vor. Es muss sich in den kommenden Monaten zeigen, ob aus einer ambitionierten Mannschaft ein echter Aufstiegskandidat werden kann. Bereits in der vergangenen Saison hatten viele Begleiterinnen und Begleiter des im Kernstadt-Norden ansässigen Vereins auf ein Comeback in der viertklassigen Regionalliga gehofft. Eine unglückliche Serie von Niederlagen und Unentschieden der Schwarz-Roten im April 2026 beendeten die lang gehegten Aufstiegspläne. Am Schluss landete das von Felix Bechtold betreute Team auf dem vierten Rang. Es wurde damit zwar die Qualifikation für den Westfalenpokal erreicht, dennoch blieb das Gefühl, dass man sein Potenzial nicht gänzlich ausgeschöpft hat. Und der Sportdirektor Dirk Brökelmann meinte dazu gegenüber dem Fachmagazin Kicker: Ich glaube schon, dass noch mehr drin gewesen wäre. Dabei sprach er auch die Verletzungen an, die der SV im Frühjahr 2026 verkraften musste. Mit einem kompletten Kader hätte man nach Einschätzung des Funktionärs des heimischen Vorzeigevereins der Fußballer bis in die Schlussphase um den Aufstieg mitspielen können.
Jubiläum
Hoffnung macht in Lippstadt nun die Rückkehr einiger Leistungsträger: Gerrit Kaiser ist wieder vollständig zurück, Mazlum Bolot wird behutsam aufgebaut. Und mit Felix Bechtold haben die Lippstädter einen Trainer, der für sie bereits seit sieben Jahren tätig ist. Er steht für eine klare Spielidee und sorgfältige Arbeit. Es gibt keine Trainingseinheit, die Felix nicht bis ins Detail vorbereitet,zitiert der Kicker den Sportchef Dirk Brökelmann. Die Gegneranalysen, Trainingsplanung und die tägliche Arbeit des Coachs auf dem Platz seien für Oberliga-Verhältnisse außergewöhnlich. Auch menschlich würde es passen: Offenbar vertrauen sich Verein und Trainer. Gute Aussichten, im Sommer 2027 zum dritten Mal in die Regionalliga aufzusteigen. Das wäre gewiss ein guter Beitrag für das anstehende Fusions- Jubiläum des SV Lippstadt 08. Zur Erinnerung: Im Juni 1997 beendeten Borussia und Teutonia ihre jahrelangen Gespräche, die zur Vereinigung ihrer Fußballabteilungen führten.
Hinweis
Dieser Beitrag wurde für die Print-Ausgabe 8/2026 von Rote Lippe Rose erstellt und erscheint vorab im Internet.


