Von der Therme bis zum Fußball

Einmal mehr war in der ersten Woche der Sommerferien die Zukunft von Bad Waldliesborn als „Heilbad“ ein Thema. Offensichtlich reichen das vom Stadtrat in der letzten Sitzung vor den großen Ferien beschlossene Inhalatorium und Gradierwerk nicht aus, den Heilbad-Status auf Dauer zu erhalten. Ein Problem, das nicht sonderlich überrascht und von Rote Lippe Rose auch in der am heutigen Samstag veröffentlichten Printausgabe für den August aufgegriffen wurde. Zwangsläufig erwartet die Lippstädter Kommunalpolitik mit dem Bau einer neue Sole-Therme eine große Herausforderung, deren finanziellen Belastungen noch viel den Verantwortlichen abverlangen dürfte. Spätestens, wenn die Stadtwerke Lippstadt GmbH ihren Auftrag für die Erstellung einer Konzeption eines neuen Sole-Bades mit einem Kostenvolumen von 30 Millionen Euro präsentiert haben. Bis zum Sommer 2027 sollen die Überlegungen der Stadtwerke Lippstadt vorliegen.

Wochenrückblick von Hans Zaremba

Ohne eine Sole-Therme dürfte es schwer sein, den Heilbad-Status in Bad Waldliesborn dauerhaft zu erhalten.
Archiv-Foto: Hans Zaremba

Kanzlerdämmerung

Die Debatte in der CDU nach dem Rücktritt des gescheiterten Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, und die in der Folge ausgelöste Rochade in der von Friedrich Merz als Bundeskanzler geleiteten Bundesregierung und von ihm als Parteichef repräsentierten CDU hat offenbart, dass der Sauerländer in seinen Ämtern heftig wackelt. Nach Medienmeldungen sollen in der CDU viele darüber nachdenken, wann und wie man ihren Vormann auswechseln könnte. Insbesondere ist der Regierungschef durch die Art und Weise der Ablösung von Patrik Schnieder als Bundesverkehrsminister in die parteiinterne Kritik geraten. Warum der Kanzler den letztlich zum neuen Kopf des Verkehrsministeriums eingesetzten Steffen Bilger nicht sofort für diese Funktion bestimmt hat, ist schwer nachzuvollziehen, da in dem Haus bereits schon als parlamentarischer Staatssekretär tätig war. Und über die Sinnhaftigkeit der Versetzung von Nina Warken aus dem Bundesministerium für Gesundheit als in das Kanzleramt als Chefin der Verwaltung lässt sich auch trefflich streiten, wo die von ihr verantwortete Gesundheitsreform lediglich die erste Etappe bewältigt hat und keineswegs durch ist. Ähnlich strittig ist auch die Berufung von Carsten Linnemann als neuen Vorsteher im Gesundheitsressort. Eine Aufgabe, die der Paderborner vor Jahresfrist noch recht skeptisch betrachtete. Eine Fülle von Fragen, die bislang ohne schlüssige Antworten geblieben sind. Nun blicken die meisten Akteure gebannt auf die nach der politischen Sommerpause in der Hauptstadt im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin anstehenden Landtagswahlen. Für Friedrich Merz könnten sie bei negativem Ausgang für die CDU das rasche Ende als Bundeskanzler bedeuten.

Fußball

Erneut haben Pläne des Präsidenten des Fußball-Weltverbandes, Giovanni Infantino, einen großen Aufschrei bei den Verbänden in Europa und vielen Fans des Sports mit dem runden Leder ausgelöst. Sein Plan ist, über die Gründung der Tochtergesellschaft Fifa Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Weltmeisterschaft (WM) an private Investoren zu veräußern. Das berechtigte Hauptargument der Kritiker des Fifa-Oberhauptes ist der drohende Verlust der Wettbewerbsintegrität. Mehrere Investoren sollen WM-Anteile kaufen und dürften in der Folge weniger mit dem Motiv der sportlichen Chancengleichheit als vielmehr mit dem Ziel der Gewinnmaximierung handeln. Am heutigen frühen Samstagmorgen wurde bekannt, dass nach erheblichen Protesten – unter anderem durch den DFB (Deutscher Fußball-Bund) mit seinem Präsidenten Bernd Neuendorf im Verbund mit den anderen Verbänden in Europa – das Vorhaben von Giovanni Infantino aufgegeben wurde. Dennoch bleibt ein gewisses Unbehagen, ob es nicht schon bald ein ähnlicher Vorschlag der Fifa unterbreitet wird. Hingegen bereitet sich in Lippstadt der SV 08 auf seine dritte Saison in der Oberliga Westfalen vor. Das Ziel von Sportdirektor Dirk Brökelmann und Übungsleiter Felix Bechtold ist klar umrissen: Die Rückkehr in die viertklassige und unter Profibedingungen agierende Regionalliga West. Das wäre gewiss ein guter Beitrag für das anstehende Fusions-Jubiläum der Schwarz-Roten. Zur Erinnerung: Im Juni 1997 beendeten Borussia und Teutonia ihre jahrelangen Gespräche, die zur Vereinigung ihrer Fußballabteilungen führten.

Hinweis

Diese Zeilen wurden am Samstag, 1. August 2026, 9.30 Uhr, veröffentlicht.