Da sich die 23. Auflage der Weltmeisterschaft mit ihrem Finale bis zum Sonntag, 19. Juli, hinzog, kommt es in diesem Jahr mit dem Spiel zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart am Freitag, 28. August, zu einem relativ späten Bundesliga-Start. Und eine Woche vorher steht traditionell die erste Hauptrunde des Vereinspokals des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), kurz DFB-Pokal, im umfänglichen Fußball-Kalender. Also jener Wettbewerb, in dem ein Club mit nur sechs Partien den Titel holen kann. Hingegen sind für den Gewinn der nationalen Meisterschale 34 Auftritte vorgesehen.
Notizen zum DFB-Pokal von Hans Zaremba

Einschätzungen von Hans Zaremba
Kommerzialisierung
Die Chance eines Vereins, sich trotz der Bayern-Dominanz in Meisterschaft und im DFB-Pokal durch einen Cup-Erfolg auch mit einem Triumph schmücken zu können, gelang zuletzt lediglich vier Clubs: Dortmund (2021), Leipzig (2022 und 2023), Leverkusen (2024 mit dem Double) und Stuttgart (2025). Doch angesichts des Potentials der Münchener als Pokalverteidiger der Runde 2025/26 (3:0 gegen Stuttgart) sind sie als Rekordtitelträger mit bislang Erfolgen ebenfalls in 2026/27 der klare Favorit. Doch sie werden – entgegen der am kommenden Wochenende angesetzten ersten Hauptrunde – erst am Mittwoch, 2. September, beim VfL Osnabrück in das Geschehen eingreifen, da sie parallel zum Pokal-Auftakt für das Match um den Franz-Beckenbauer-Supercup in Dortmund aufzulaufen haben. Diese unverständliche Terminierung durchkreuzt einmal mehr massiv die Idee von der besonderen Attraktivität des DFB-Pokals, wo ein vermeintlich schwächeres Team aus dem Amateurlager einem der etablierten Profis ein Bein stellen kann. Zudem steht völlig zu Recht der Supercup schon lange in der Missbilligung der aktiven Fanszene. Dieses zusätzliche und sportlich kaum wertvolle Spiel dient vorwiegend der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs.
Vorhersagen
Durch das augenfällige Übergewicht von München fällt es schwer, sich ein anderes Team als potentiellen Sieger des Finales im Mai 2027 vorzustellen. Auch den drei Bundesligisten aus Westfalen werden lediglich Chancen als Außenseiter eingeräumt. Speziell werden sich die Schalker, die derweil beim Halleschen FC anzutreten haben, und Paderborner, die zum 1. FC Phönix Lübeck müssen, nach ihren Bundesliga-Comebacks die Kräfte vorrangig auf den Klassenerhalt ausrichten. Und Dortmund scheint man noch nicht vollends das Achtelfinale-Aus von 0:1 vor eigener Kulisse gegen Leverkusen aus dem Dezember 2025 verarbeitet zu haben. Eine Schlappe die für das von Niko Kovac betreute Team nach dem drei Tage zuvor in der Liga bei der Werkself erzielten 2:1 besonders nachwirkte. Übrigens: Der BVB hat zur Ouvertüre im Pokal 2026/27 am Dienstag, 1. September, um 20.45 Uhr, in Hamburg gegen den HEBC (Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Club) zu erscheinen. Ein Verein aus der fünftklassigen Oberliga Hamburg. Gespielt wird im Volksparkstadion. Für den HEBC ist der Umzug in die große Arena des HSV längst mehr als ein organisatorisches Erfordernis. Der heimische Professor-Reinmüller-Platz wäre für dieses Duell deutlich zu klein gewesen. Indessen gibt Volkspark dem Spiel nun jene Bühne, die dieses Los verdient. Bemerkenswert ist am heutigen Sonntag auch der Pokal-Ort von Westfalia Rhynern (aus Hamm), die im Mai vor Lippstadt den Regionalliga-Aufstieg schaffte. Rhynern weicht für das Treffen mit Dynamo Dresden ins Münsteraner Preußenstadion aus, um möglichst viele Zuschauer für sein Match zu gewinnen. Wenn nach der Papierform die Aufgaben der Erst- und Zweitligisten eigentlich lösbar erscheinen, sind mögliche Überraschungen nicht gänzlich ausgeschlossen. So wie in 2024/25, als der damalige Drittligist Arminia aus Bielefeld bis ins Finale (2:4 gegen den VfB Stuttgart) vordringen konnte. In Erinnerung bleibt der oft zitierte Spruch „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“, der die Unvorhersehbarkeit dieses Wettbewerbs zutreffend überliefert.


