Bayern erneut Favorit für die Schale

Am kommenden Freitagabend startet die 64. Auflage der Bundesliga. Traditionell mit der Heimpartie des Titelverteidigers, wo der FC Bayern München auf den VfB Stuttgart trifft. Angesichts der Dominanz der Rekordmeisters in der letzten Saison (89 Punkte und 122 Tore) gegenüber dem BVB 09 aus Dortmund (73 Punkte und 70 Tore) als Zweitplatzierter ist das von Vincent Kompany im dritten Jahr betreute Starensemble auch in Spielzeit 2026/27 klarer Favorit für den Gewinn der Schale. Von einem heißen Kampf um die Trophäe dürfte in der Zeit bis zum 22. Mai 2027 selten die Sprache sein.

Notizen zum Start der Bundesliga von Hans Zaremba

Blick auf den Start der 64. Auflage der Bundesliga:
Hans Zaremba, über viele Jahre Chronist der Lippstädter BVB-Freundinnen und Freunde und Kolumnist der Fußballszene. betrachtet die Perspektiven einiger Ligisten in der Saison 2026/27.

Langweiliges Titelrennen

Damit wird die Konkurrenz um den ersten Rang im obersten Liga-Stockwerk in 2026/27 einmal mehr zum langweiligen Thema. Mit ihrem 2:1 in der Partie um den sportlich wenig bedeutenden Franz-Beckenbauer-Supercup beim BVB konnte München eine erste Duftmarke setzen. Für Lothar Matthäus, Rekordnationalspieler und einstiger Profi an der Isar, hätte nach Medienberichten selbst die B-Auswahl der Bayern eine Chance im Titelrennen. Dortmund, beharrlicher Herausforderer des Branchenführers, wird sich von neuem mit dem zweiten Rang abfinden müssen. Spannend könnte es allenfalls um die Vergabe der lukrativen Plätze 2 bis 4 für die Qualifikation der Champions League 2027/28 werden. Dort sehen etliche Experten den BVB, Stuttgart und Leipzig vorne, indessen wird Leverkusen vermutlich die Königsklasse verpassen. Im Feld mit Blick auf die Europa League werden den Mainzern mit ihrem Schweizer Coach Urs Fischer die größten Aussichten eingeräumt, gleichzeitig dürften sich Freiburg, Frankfurt und Hoffenheim um die weiteren Plätze konkurrieren. Auffallend waren in der Vorbereitungsphase die offensichtlichen Probleme der Sportgemeinde der Eintracht mit ihrem Heimkehrer auf dem Trainerstuhl, Adi Hütter, in der Abwehr, im Sturm und Tor. Sie müssen vom Übungsleiter am Main schnellstens behoben werden, um die internationalen Plätze nicht aus den Augen zu verlieren. Hingegen sind die Perspektiven der vormaligen Meisterclubs aus Bremen, Köln und Mönchengladbach, sich in diese Kategorie einzureihen, erheblich geringer.

Reizvoller Abstiegskampf

Interessanter werden die Auftritte im Tabellenkeller sein. Der nach 2014 und 2019 im Mai 2026 erfolgte dritte Aufstieg des SC Paderborn 07 in die oberste Spielklasse hat manche der Beobachter verblüfft. Doch da fangen zugleich die Besorgnisse der Funktionäre im Hochstift an. Die Vermeidung einer unmittelbaren Rückkehr ins Unterhaus wird den Domstädtern nur mit viel Mühsal und Leidenschaft gelingen. Gleichwohl haben die sie in der Regie ihres Coachs Ralf Kettemann in der Relegation um die Pfingsttage im Duell mit dem VfL Wolfsburg gezeigt, dass sie in zwei Treffen besser sein können als ein gestandener Bundesligist. Gewiss ein Fingerzeig an jene Teams, die sich seit Jahren im Ringen um den Klassenerhalt behaupten müssen. Das betrifft auch für den Neuling SV Elversberg aus dem Saarland, der aus einem Ort mit rund 7.500 Einwohnern kommt mit einem Stadion, das noch wachsen muss, und einen Etat hat, der recht bescheiden ist. Während die Paderborner trotz ihrer zwei vormaligen Aufenthalte im Oberhaus das Merkmal eines Zweitliga-Clubs bislang noch nicht abstreifen konnten, gilt für den FC Schalke 04 die Frage nicht, ob der Verein groß genug für die Bundesliga ist. Vielmehr besteht bei den Knappen die Ungewissheit, inwieweit ihre Mannschaft die Kraft hat, um 34 Spieltage mindestens drei Konkurrenten hinter sich zu lassen. Trotz der realistischen Chance der Blau-Weißen, den sechsten Niedergang vermeiden zu können, werden sie sich vom Beginn im Kampf um das Überleben in der Bundesliga befinden. Und ebenso steht dem Hamburger SV eine schwere Herausforderung bevor, obwohl er im letzten Mai nach siebenjähriger Bundesliga-Abwesenheit seine erste Saison nach dem Comeback mit beachtlichen 38 Punkten auf dem 13. Rang beendete.