Vom Klinikum bis zum Fußball

Wer gedacht hat, dass mit der in 2025 in Lippstadt auf dem Weg gebrachten Fusion des Evangelischen Krankenhauses und katholischen Dreifaltigkeits-Hospitals zum Klinikum Lippstadt – Christliches Krankenhaus – nun etwas mehr an Ruhe in der örtlichen Krankenhausszene eingetreten ist, wurde in der letzten Woche von Meldungen zu einer denkbaren Konzentration des Klinikums Lippstadt an einem Standort, Wiedenbrücker Straße, überrascht. Offensichtlich hat die Zusammenlegung der vormals eigenständigen Häuser bislang noch nicht die erhofften Synergieeffekte erbracht. Womöglich steht Lippstadt mit Blick auf das neue Klinikum und seinem künftigen Standort eine weitere öffentliche Diskussion bevor. Auch die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen könnten die Debatte rund um die Zusammenlegung der konfessionellen Häuser von Neuem befeuern.

Wochenrückblick von Hans Zaremba

Wird das Klinikum Lippstadt demnächst an der Wiedenbrücker Straße seinen alleinigen Standort finden?
Diese Spekulation ist in der vergangenen Woche öffentlich geworden.
Archiv-Foto: Hans Zaremba

Therme und Kesselhaus

Auch über die in Rede stehenden Vorhaben, Therme in Bad Waldliesborn und Kesselhaus in der Hospitalstraße, werden sich die politisch Verantwortlichen weiterhin zu befassen haben. Mit der Vorlage der Verwaltung, vom einstimmig durch den vormaligen Stadtrat am 30. Juni 2025 beschlossenen Mehrgenerationenpunkt an der Beckumer Straße abzurücken und stattdessen im Kesselhaus eine Außenstelle des Jugendamtes zu schaffen, wird sich der Rat schon am kommenden Montag bei seinem nächsten Treffen auseinandersetzen zu haben. Und die Therme wird die Politik gleichfalls weiter beschäftigen, wenn die Ergebnisse der jetzt von der Stadtwerke Lippstadt GmbH vergebenen Machbarkeitsstudie vorliegen. Übrigens: Verwirklichungen der Projekte Kesselhaus vor dem Hintergrund des derzeit im Bau befindlichen neuen Stadthauses mit einer völlig überflüssigen Außenstelle des Stadtjugendhauses und eine neue Therme im Kurort werden erhebliche Kosten für das Stadtsäckel verursachen. Dabei droht der Stadt Lippstadt – ähnlich wie dem Großteil der 396 Gemeinden und Städte in Nordrhein-Westfalen – ohnehin ein pflichtiges Haushaltssicherungskonzept, der den Gestaltungsrahmen der kommunalen Selbstverwaltung deutlich einschränken dürfte.

Erdbeben bei der CDU

Das Verfehlen der CDU für den Wiedereinzug in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern am vergangenen Sonntag löste in der Union ein regelrechtes Erdbeben mit den auch sechs Tage später fortgesetzt ungewissen Folgen für ihren Vorsitzenden, Bundeskanzler Friedrich Merz, aus. Ebenso konnte die Sozialdemokratie ihr angestrebtes Wahlziel mit der von ihr gestellten Ministerpräsidentin Manuel Schwesig, die Rechtspopulisten am Wahlabend zu überholen, nicht erreichen, obwohl die von ihr erreichten 35,5 Prozent angesichts der SPD-Ausgangslage von vor Jahresfrist noch ein relativ zufriedenstellendes Resultat war. Hingegen erlebte die SPD in Berlin, wo einst mit Willy Brandt (1913-1992) und Klaus Wowereit prominente und erfolgreiche Regierende Bürgermeister aus ihren Reihen kamen, mit den schlappen 12,1 Prozent hinter der Linkspartei, CDU, AfD und dem Bündnis 90/Die Grünen auf dem fünften Rang eine böse Klatsche. Während in Schwerin die SPD mit Manuela Schwesig voraussichtlich wieder die Regierung anführen dürfte, ist die Bildung des neuen Senats wegen Situation der Linkspartei mit ihrem offenkundig nicht geklärten Verhältnis zum Antisemitismus ein schwieriges Unterfangen. Womöglich werden sich in der Hauptstadt die CDU, das Bündnis 90/Die Grünen und die SPD zwangsläufig zu einer „Vernunft-Koalition“ formieren müssen. Unabhängig von den Konstellationen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin richten sich auch an diesem Wochenende die Blicke auf die Bundesregierung und die von ihr in Angriff genommenen Reformen, die für ihre Kritiker im Grund nichts anders als soziale Leistungskürzungen sind. Neben einer dauerhaft sicheren Altersversorgung müssen auch dringend Regelungen für die in einer Schieflage gerutschte Pflegeversicherung getroffen werden.

Ernüchterung für Jürgen Klopp

Während die früheren Bundestrainer – zuletzt Jogi Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann – bei ihren ersten Einsätzen an der Seitenlinie für die DFB-Auswahl Siege bejubeln konnten, musste sich Jürgen Klopp beim Start als Übungsleiter der Nationalmannschaft am Donnerstagabend in Amsterdam mit einem 1:1 zufrieden geben. Dennoch meinte der Abwehrspieler und Kicker des FC Bayern München, Jonathan Tah: „Es war ein guter erster Schritt. „Man ist bescheiden geworden als Begleiter der deutschen Nationalmannschaft. Und so begann einer der Reporter seine Frage an den neuen DFB-Coach um kurz vor Mitternacht in der Johan-Cruyff-Arena in Amsterdam mit: „Gratulation zum Punkt!“ Der Bundestrainer blickte überrascht vom Podium und entgegnete: „So fühlt es sich nun auch nicht an. Ich denke, wir haben aufgrund des späten Ausgleichs zwei Punkte verloren. Ich hätte natürlich super gerne gewonnen, aber ich kann mit dem Unentschieden leben.“ Auch in Lippstadt war am letzten Sonntag die Enttäuschung nach dem herben 1:4 beim ASC 09 in Dortmund groß. Die Schützlinge von Felix Bechtold müssen nun am morgigen Sonntag bei SpVgg Vreden 1921 unbedingt wieder einen Dreier holen, um den von den Fans des SC 08 geforderte Rückkehr in die Regionalliga nicht aus den Augen zu verlieren.

Hinweis

Diese Zeilen wurden am Samstag, 26. September 2026, 12.35 Uhr, veröffentlicht.