Perspektiven und Stimmungen

Hans Zaremba zum Neustart der Bundesliga

Das erste Bundesligaspiel im Jahr 2024 zwischen dem FC Bayern und der TSG Hoffenheim stand ganz im Zeichen von Franz Beckenbauer, der am Sonntag, 7. Januar 2024, im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Am Ende konnte der Rekordmeister ein 3:0 für sich verbuchen. Mit diesem Beitrag erfolgt ein Blick auf die Perspektiven und Stimmungen bei den Vereinen für die jetzt bis zum Saisonfinale am Samstag, 18. Mai, zu absolvierenden 18 Begegnungen, die recht unterschiedlich sind. Das offenbaren Beobachtungen in Leverkusen, München, Dortmund, Köln und Bochum.

Schaut auf die Perspektiven und Stimmungen:
Betrachtungen von Hans Zaremba zum Neustart der Bundesliga.

Leverkusen

Angesichts seines beachtlichen Laufs während der bisherigen 16 Partien mit 42 Punkten, 13 Siegen drei Unentschieden und ohne jegliche Niederlage ist die Laune beim Tabellenführer aus Leverkusen gut. Gewiss ein Erfolg des im Oktober 2022 bei der Werksauswahl angeheuerten Sportlehrers Xabier „Xabi“ Alonso Olano. Er hat es geschafft, die lange unstet auftretenden Rheinländer zum echten Spitzenteam und bestechenden Herausforderer des „Langzeitmeisters“ aus der Stadt an der Isar zu formen. In der 60. Auflage hat die vom Chemieunternehmen unterstützte Mannschaft eine Rolle eingenommen, die viele der vermeintlichen Experten der Fußball-Szene vor dem Beginn der Saison eigentlich mehr von den Brausemännern aus Leipzig und den schwarz-gelben Dortmundern erwartet haben.  

München

Indessen droht den verwöhnten Bayern im kommenden Frühjahr seit 2013 – wo sie mit Jupp Heynckes souverän das Triple (Champions League, Bundesligameister und Pokalsieger) holten – erstmals eine Spielzeit ohne Trophäen-Gewinn abzuschließen. Aus dem nationalen Pokalwettbewerb sind sie bereits in der zweiten Runde gegen den Drittligisten Saarbrücken ausgeschieden und in der Bundesliga laufen sie den Leverkusenern hinterher. Ob es für einen erneuten Sieg in der europäischen Königsklasse reicht, erscheint beim weiterhin unruhigen Umfeld an der Säbener Straße zweifelhaft. Ohnehin ist es fraglich, wie lange sich der im letzten März für Julian Nagelsmann geholte Thomas Tuchel in München halten kann.

Dortmund

Ungemach steht ebenso in Dortmund Edin Terzic bevor. Nach der im Mai 2023 auf den letzten Metern vergeigten Meisterschaft sowie der bisher enttäuschenden Saison 2023/2024 in der Bundesliga und Pokal steht der BVB-Sportlehrer massiv unter Druck. Die Verpflichtung der einstigen Spieler im Trikot der Borussia, Nuri Sahin und Sven Bender, als Assistenten des Chefcoachs sind Vorboten einer generellen Neuausrichtung für die Betreuung der Dortmunder Profis. Offenkundig ist man bei der Borussia über die Arbeit des aktuellen Übungsleiters unzufrieden, was die Worte des Sportdirektors Sebastian Kehl belegen: „Eine unserer gemeinsamen Erkenntnisse war es, im Trainerstab neue Impulse setzen zu wollen.“

Köln

„Rabenschwarz“ – so bezeichneten viele in Köln und bei den Geißböcken den Donnerstag vor Heiligabend. Die Domstädter hatten nach einer miserablen Hinrunde mit lediglich zehn eigenen Treffern nicht nur ihren Betreuer Steffen Baumgart verloren, sondern überdies noch eine schwere sportgerichtliche Verfügung verpasst bekommen. In zwei Transferperioden dürfen sie keine neuen Spieler registrieren. Der nach Neujahr angestellte Timo Schultz, der einst als Spieler und Trainer beim FC St. Pauli einen Kultstatus erlangt hat, soll den siebten Bundesliga-Abstieg verhindern. Kein leichtes Unterfangen für den gebürtigen Ostfriesen.

Bochum

Grundsätzlich ist man an der Castroper Straße genügsam: 16 Punkte bedeuten gegenwärtig Platz 14 und die Chance, die Liga zu halten. Aber die Bochumer sind noch nicht durch, es wartet auf sie eine heftige Runde im Abstiegskampf. Beim VfL glaubt man, gute Karten zu haben.