Karge Bescherung in Dortmund

Der Bundesligakommentar von Hans Zaremba

Leverkusen stürmt weiter unaufhaltsam auf seine erste Bundesligameisterschaft zu. Während die vermeintlichen Mitfavoriten aus Leipzig und Dortmund zuletzt nur mäßige Resultate verbuchen konnten, bleibt der Branchenführer aus München dem Tabellenführer aus dem Rheinland in Reichweite. Im Kontrast zur Werksauswahl haben es die benachbarten Kölner enorm schwer, sich aus der Abstiegszone zu lösen.

Spürt viel Unbehagen bei Borussia Dortmund:
Das beschreibt der Chronist der Lippstädter BVB-Freunde, Hans Zaremba, in seiner Bewertung der bisherigen schwarz-gelben Leistungen seit dem Saisonstart.

München

Während der Spitzenreiter mit seinem 4:0 über den VfL Bochum recht locker die Herausforderung vor Weihnachten absolvierte, musste der Titelverteidiger von der Isar beim 2:1 in Wolfsburg wesentlich mehr tun. „Wir sind müde“, sagte der Übungsleiter der Bayern, Thomas Tuchel, nach der Partie am Mittelandkanal gegenüber der ARD-Sportschau. Auffallend war wiederum die Ferne des Rekordmeisters von seiner gewohnten Souveränität. 

Dortmund

Von zwölf Pflichtspielen seit Anfang November hat Borussia Dortmund nur vier gewonnen. Davon nur eines in der Bundesliga. Obwohl ihr angeschlagener Coach Edin Terzic vor dem Start in die „englische Woche“ zum Jahresausklang großspurig sechs Punkte als Pflicht ausgerufen hatte, musste er sich vier Tage vor Heiligabend mit der kargen Bescherung von zwei Zählern begnügen. Das empfanden nicht nur für die Lippstädter „Optimisten“ und die Anhänger aus anderen schwarz-gelben Fangruppen als eine kalte Dusche. Ebenso bedient war auch die Dortmunder Chefetage mit Hans-Joachim Watzke und Carsten Cramer auf der Ehrentribüne im einstigen Westfalenstadion. Dies konnten die Zuschauer an den Fernsehern beim 1:1 im Treffen mit Mainz sichtbar von den Minen der BVB-Bosse ablesen. Während der Live-Übertragung der zweiten Halbzeit war der fußballerische Offenbarungseid eines vormaligen Aspiranten auf die Schale zu registrieren. Der Auslassung des Trainers der Borussia „Dieses Spiel war wie ein Spiegelbild unserer Saison“ wirft zugleich Fragen nach den Verantwortlichen für die Misere auf. Neben dem Mann an der Seitenlinie wird auch der Sportdirektor Sebastian Kehl wegen seiner Transfer-Politik zunehmend von der Kritik erfasst.

Köln

Während man in Dortmund nach den bereits vergeigten Titeln in der Bundesliga und im Pokal nun von der Sorge erfasst wird, im kommenden Mai die Qualifikation für die Königsklasse zu verpassen, sind die Kölner bereits von Existenznöten geplagt. Wirtschaftlich schon in die Enge getrieben, sind ebenso die sportlichen Perspektiven absolut düster. Zwei Schlappen aus den letzten Begegnungen vor den Feiertagen schmälern zusätzlich die Bemühungen, den erneuten Gang in die Zweite Liga zu vermeiden. Zwei Siege, viermal Remis und zehn Niederlagen markieren die katastrophale Lage des Effzeh zum Jahresende.

Berlin

Durch ihr 2:0 im Kellerduell mit Köln konnten sich die Köpenicker etwas Luft verschaffen. Das Erklimmen des 15. Ranges zur Weihnachtspause gibt den Eisernen berechtigte Hoffnungen, den Klassenerhalt noch zu bewältigen. Das Ausscheiden aus den europäischen Wettbewerben dürfte am Ende ein Vorteil für den FC Union sein. Die Doppelbelastung – Bundesliga und Champions League – war für den Verein aus Ostberlin offenkundig zu groß.

Stuttgart

Die Überraschung der bisherigen Bundesligasaison bleibt der VfB Stuttgart. Mit ihrem Torjäger-Duo Serhou Guirassy und Deniz Undav konnten die Bad Cannstatter ihr erfolgreiches Fußballjahr beenden und vorerst den dritten Tabellenrang einnehmen.